Die Stimme der Kinder in Gesellschaft und Politik

Positionen des SOS-Kinderdorf e.V.

Die sozialpolitische Positionierung des SOS-Kinderdorfvereins basiert auf langjähriger Erfahrung in der pädagogischen Arbeit, auf seiner Expertise für das Aufwachsen von jungen Menschen sowie den Forschungsergebnissen seines Sozialpädagogischen Instituts. Der SOS-Kinderdorf e.V. engagiert sich anwaltschaftlich insbesondere zu folgenden Themen: Kinderrechte, Beteiligung, Kinderschutz, Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe, Kinderarmut, Bildung und Befähigung.

Aktuelle Positionen von SOS-Kinderdorf zu sozialpolitischen Themen:

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SOS-Kinderdorf e.V. zum internationalen Weltspieltag: Spielen ist für Kinder unentbehrlich 

Internationaler Weltspieltag – Kinder beim Spielen München, 24. Mai 2016 – Spielen ist für Kinder kein Zeitvertreib, sondern unentbehrlich für ihre gesunde Entwicklung. Darauf weist der deutsche SOS-Kinderdorfverein aus Anlass des Internationalen Weltspieltags am 28. Mai hin. Im Spiel begreifen Kinder ihre Welt. Sie eignen sich neue Fähigkeiten an, erwerben und üben zahlreiche Fertigkeiten. Bereits seit langem unterstützt die Kinderhilfsorganisation im Rahmen der Frühen Hilfen junge Eltern gezielt darin, das Spiel ihrer Kinder zu fördern.

Medieninformation: SOS-Kinderdorf e.V. zum Internationalen Weltspieltag

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SOS-Kinderdorf e.V. sieht Korrekturbedarf beim 9. Änderungsgesetz zum SGB II, dem sogenannten Hartz IV

© Pressmaster, shutterstock München, 14. April 2016 – „Wir müssen jungen Menschen vernünftige Perspektiven eröffnen und adäquate Hilfen bieten“, sagte Prof. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender von SOS-Kinderdorf e.V., „nur so besteht die Möglichkeit, dass diese Menschen Fuß in unserer Gesellschaft fassen – auch wenn sie mit schwierigen Ausgangsvoraussetzungen zu kämpfen haben.“ Das 9. Änderungsgesetz zum SGB II, dem so genannten Hartz IV, bringt nicht die von vielen erwartete Verbesserung und Unterstützung für junge Menschen unter 25 Jahren.

Medieninformation: SOS-Kinderdorf e.V. sieht Korrekturbedarf beim 9. Änderungsgesetz zum SGBII, dem sogenannten Hartz IV

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Geschwister gehören zusammen – SOS-Kinderdorf e.V. zum Tag der Geschwister 

Tag der Kinder - Kinder beim Seilspringen München, 5. April 2016 – Ein Dorf, ein Haus, eine Mutter und Geschwister: Mit diesen Grundprinzipien begann die pädagogische Arbeit in den SOS-Kinderdörfern vor mehr als 60 Jahren. Bis heute leben die meisten der aufgenommenen Kinder zumindest phasenweise mit einem oder mehreren leiblichen Geschwistern im Kinderdorf. Schon bei der Aufnahme der Kinder gilt es zu klären: Bleiben sie zusammen oder ist es besser sie unterschiedlich unterzubringen? „Wir wissen aus unserer jahrelangen Erfahrung, dass die Dynamik zwischen Geschwistern das Alltagsleben ungemein prägt“, sagt Dr. Kristin Teuber, Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts beim SOS-Kinderdorf e.V. „Denn belastende familiäre Vorgeschichten formen auch das Miteinander der Geschwister.“

Medieninformation: SOS-Kinderdorf e.V. zum Tag der Geschwister

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SOS-Kinderdorf fordert: Jugendhilfeleistungen für junge Geflüchtete über das 18. Lebensjahr hinaus sicherstellen

München, 29. Februar 2016 – Der SOS-Kinderdorf e.V. betreut seit vielen Jahren in zahlreichen Einrichtungen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) und junge volljährige Geflüchtete. Aufgrund des gestiegenen Bedarfs wurden entsprechende Angebote besonders im Jahr 2015 erweitert und neu aufgebaut. Mit Sorge beobachtet SOS-Kinderdorf, dass den jungen Menschen Jugendhilfeleistungen über das 18. Lebensjahr hinaus – trotz weiterhin bestehendem individuellen Hilfebedarf – zunehmend nicht gewährt werden, da die rechtlich eindeutige Kostenträgerschaft der Kommunen in der Praxis nicht übernommen wird.

Position: Der SOS-Kinderdorf e.V. fordert, Jugendhilfeleistungen für junge Geflüchtete über das 18. Lebensjahr hinaus sicherzustellen

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SOS-Kinderdorf e.V. kritisiert Einschränkung des Familiennachzugs durch geplantes Asylpaket II

München, 12. Februar 2016 – Die Bundesregierung plant im so genannten Asylpaket II verschärfte Regelungen im Asyl- und Aufenthaltsgesetz. Neben beschleunigten Asylverfahren soll unter anderem auch der Familiennachzug für Flüchtlinge, die nur subsidiären Schutz genießen, stark eingeschränkt werden. Für diese Personen soll es erst nach zwei Jahren möglich sein, ihre Familien nachzuholen. Der SOS-Kinderdorf e.V. bedauert, dass auch nach den erneuten Gesprächen in der Koalition die Förderung der Einheit der Familie missachtet wurde. „Mit diesen Änderungen sehen wir die Rechte von Kindern und den besonderen Schutz von Familien stark eingeschränkt“, sagt Prof. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender von SOS-Kinderdorf e.V.

Pressemitteilung zum geplanten Asylpaket II: SOS-Kinderdorf e.V. kritisiert Einschränkung des Familiennachzugs

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Internationaler Tag der Kinderrechte: SOS-Kinderdorf fordert Schutz für Kinder auf der Flucht

© Norbert Wagner, Saarbrücker Zeitung München, 17. November 2015 – Der Schutz von Kindern ist ein wesentlicher Bestandteil der Konvention über die Rechte des Kindes. Vor 26 Jahren haben die 191 Staaten der Vereinten Nationen am 20. November diese UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben. Der Internationale Tag der Kinderrechte soll an das Abkommen erinnern und dazu ermahnen, die Vereinbarungen einzuhalten. Gerade in der aktuellen Flüchtlingskrise betont der SOS-Kinderdorf e.V., dass der Schutz der Kinder im Vordergrund stehen soll. „Die Rechte der Kinder müssen gesichert werden, jedes Kind braucht einen Ort, der Schutz und Förderung bietet“, sagt Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorfvereins. Doch auch in Deutschland leben begleitete Flüchtlingskinder oftmals in Gemeinschaftsunterkünften, die nur bedingt für Kinder geeignet sind. Sie bieten wenig Privatsphäre, Schutz vor Übergriffen und entsprechen nicht kindgerechten Räumen.

Pressemitteilung zum internationalen Tag der Kinderrechte: SOS-Kinderdorf fordert Schutz für Kinder auf der Flucht

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Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher

Tarek, vier Jahre alt, hat im SOS-Nothilfecamp im LIbanon ein neues - vorübergehendes - Zuhause geufunden

Tarek, vier Jahre alt, hat im SOS-Nothilfecamp im LIbanon ein neues - vorübergehendes - Zuhause geufunden

© Bjørn-Owe Holmberg

München, 6. Oktober 2015 – Am 12. Oktober findet im Familienausschuss des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher statt. Frau Dr. Birgit Lambertz – geschäftsführendes Vorstandsmitglied des SOS-Kinderdorf e.V. – ist als Sachverständige zu dieser Anhörung eingeladen. In dem Gesetz geht es um die bundesweite Umverteilung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Als bundesweit tätiger Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Jugendberufshilfe verfügt der SOS-Kinderdorf e.V. über weitreichende Erfahrungen in der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und gibt vor diesem Hintergrund die folgende Stellungnahme ab.

Stellungnahme des SOS-Kinderdorf e.V. zur öffentlichen Anhörung am 12. Oktober 2015

Pressemitteilung des SOS-Kinderdorf e.V.: Vorrang des Kindeswohls

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SOS-Kinderdorf fordert die kindgerechte Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

München, 23. September 2015 – Am Freitag wird im Bundestag – einen Tag nach dem morgigen Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt – in erster Lesung der Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher beraten. Statt der Inobhutnahme durch das Jugendamt am tatsächlichen Aufenthaltsort des unbegleiteten Minderjährigen sieht das Gesetz eine vorläufige Inobhutnahme und die bundesweite Verteilung der geflüchteten Kinder und Jugendlichen nach Quote des Königsteiner Schlüssels vor. Aus Sicht von SOS-Kinderdorf eine viel zu kurz gedachte Entscheidung, denn eine Verteilung nach Quote sollte nur dann erfolgen, wenn sie dem Kindeswohl dient. Ebenso muss eine kindgerechte Beteiligung an dem Verfahren sowie der Kindeswillen in den Verfahren selbst  berücksichtigt werden.

Pressemitteilung: SOS-Kinderdorf fordert die kindgerechte Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

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Gerechte Bildungschancen für junge Flüchtlinge sichern! SOS-Kinderdorf fordert gesicherten Aufenthaltsstatus während der Ausbildung

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Sie freuen sich, dass sie im Landkreis angekommen sind

Mohammad, Ali, Obayd, Charles und Khalid haben bei SOS-Kinderdorf in Landsberg ein neues Zuhause gefunden.

München, 19. Juni 2015 – Anlässlich des Weltflüchtlingstages fordert SOS-Kinderdorf, Flüchtlingskindern endlich Zugang zu Bildung und Ausbildung zu garantieren. Ein eingeschränkter Zugang zu Sprachkursen und Bildungsangeboten erschwert nicht nur die Integration von jungen Flüchtlingen in Deutschland, sondern steht auch im Widerspruch zum Recht auf Bildung der UN-Kinderrechtskonvention. „Diese jungen Menschen haben oft Schreckliches durchgemacht. Sie haben gerechte Bildungschancen verdient, denn nur so kann die Integration in ihre neue Umgebung gelingen. Den Bildungszugang vom Aufenthaltsstatus abhängig zu machen, ist eine Diskriminierung, die wir scharf kritisieren“, so Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorfvereins. „Nur ein gesicherter Aufenthaltstatus während der Ausbildung ermöglicht es jungen Flüchtlingen, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen."

Pressemitteilung: SOS-Kinderdorf fordert gesicherten Aufenthaltsstatus während der Ausbildung

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SOS-Kinderdorf begrüßt Urteil zum Betreuungsgeld: Organisation fordert Chancengerechtigkeit für alle Kinder

vergrößern München, 21. Juli 2015 – SOS-Kinderdorf e.V. begrüßt die heutige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das Betreuungsgeld abzuschaffen. Die Prämie, die seit August 2013 einkommensunabhängig ausgezahlt wurde, hat Anreize geschaffen, Kinder zu Hause zu betreuen. Aus Sicht der Kinderhilfsorganisation verpassen damit diese Kinder wertvolle Bildungschancen. Sie würden von professioneller frühkindlicher Bildung und Förderung ausgeschlossen.

Pressemitteilung: SOS-Kinderdorf begrüßt Urteil zum Betreuungsgeld

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Welttag der sozialen Gerechtigkeit: SOS-Kinderdorf fordert gerechtere Familienleistungen für alle Kinder

München, 20. Februar 2015 – Anlässlich des heutigen Welttages der sozialen Gerechtigkeit fordert SOS-Kinderdorf eine gerechtere staatliche Förderung aller Kinder: „Heute werden Kinder von Besserverdienern in Deutschland finanziell mehr gefördert. Denn die Ersparnis des Kinderfreibetrags, den Familien mit höherem Einkommen geltend machen können, fällt größer aus als das Kindergeld, “ kritisiert Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender von SOS-Kinderdorf. „Eine pauschale Erhöhung des Kindergeldes ist daher unumgänglich – denn sie sorgt dafür, dass diese Ungleichheit nicht zunimmt.“

Statement: Welttag der sozialen Gerechtigkeit

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Zum Archiv: Sozialpolitische Positionen (2006-2014)

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