„Von Anfang an voll mit einbezogen“

Ein Schulversuch: Verkürzte Teilzeitausbildung für Erzieherinnen und Erzieher

               

Bei der engen Kooperation mit den regionalen Fach- und Fachhochschulen geht es darum, Fachkräfte frühzeitzeitig an die Einrichtungen zu binden, aber auch darum bei den Ausbildungsstellen Interesse für die Arbeit des SOS Kinderdorf e.V. zu wecken und durch eine bessere Vernetzung von Theorie und Praxis zu einer fundierten und praxisorientierten Ausbildung der zukünftigen Fachkräfte beizutragen. Wir bieten dazu Praktikumsplätze in verschiedenen Arbeitsbereichen und knüpfen und pflegen Kontakte bei Praxisanleitertreffen und Praxistagen der Fach(hoch-)schulen. So konnten in den letzten Jahren nach Abschluss der Praktika bzw. der jeweiligen Ausbildungen eine Reihe von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewonnen werden.

Jennifer Schermer hat in der Nachmittagsbetreuung im Kinderdorf Saar angefangen und dann ein Praktikum in einer Kinderdorffamilie gemacht. Durch die gute Kooperation der Einrichtung mit einer Fachschule in Trier (Unterrichtseinheiten über die Arbeit von SOS-Kinderdorf, Besuche von Schulklassen im Kinderdorf Saar, Lehrerbesuche...) hat sie einen Ausbildungsplatz in einem neuen Schulversuch erhalten. Die Ausbildung zur Erzieherin kann sie hier verkürzt, berufsbegleitend in Teilzeit absolvieren. Jennifer Schermer ist während der Ausbildung in Teilzeit beim SOS-Kinderdorf e.V. angestellt und pendelt zwischen der Mitarbeit in einer Kinderdorffamilie und dem Besuch der Fachschule. Aber lesen Sie selbst, was Jennifer zu berichten hat.

Möglichkeit zur Erzieherausbildung in Teilzeit

Ich habe zuvor bereits ungefähr ein Jahr in der Nachmittagsbetreuung des Kinderdorfs Saar gearbeitet und parallel nach einer Möglichkeit zur berufsbegleitenden Ausbildung zur Erzieherin gesucht. Durch die gute Kooperation des Kinderdorfs mit der Berufsbildenden Schule für Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege in Trier bekam ich die Möglichkeit, in einem Modellversuch mitzumachen, in dem man berufsbegleitend innerhalb von drei Jahren die Ausbildung zur Erzieherin absolvieren kann.

Vorbereitendes Praktikum als Voraussetzung

Zugangsvoraussetzung für die Erzieherausbildung in verkürzter Teilzeitform ist neben der allgemeinen Hochschulreife ein mindestens viermonatiges Praktikum im sozialpädagogischen Bereich. vergrößern Die Tätigkeit in der Nachmittagsbetreuung wurde mir teilweise anerkannt, sodass ich noch ein zweimonatiges Praktikum in einer Kinderdorffamilie gemacht habe, auch um herauszufinden, ob mir diese Arbeit liegt. Dabei kam mir sehr zugute, dass es im Kinderdorf Saar Standards für die Einarbeitung von Praktikanten gibt, die im Rahmen der Qualitätsarbeit der Einrichtung entwickelt wurden. Die Standards dienen zur Klarstellung des Aufgabenbereichs und Handlungsspielraums der Praktikanten und sollen ein möglichst selbstständiges Arbeiten bei größtmöglicher Sicherheit für Praktikanten, Team und Betreute ermöglichen. Dabei wird ein Einsatzkatalog für die Praktikanten erstellt mit konkreten Zielen, Aufgaben und dem Tagesablauf. Es sind regelmäßige Anleitungs- und Reflexionsgespräche und die Teilnahme an den Teamsitzungen vorgesehen. Die Einarbeitungsstandards für Praktikanten werden regelmäßig auf ihre weitere Stimmigkeit überprüft. Ich wurde dadurch als Praktikantin sehr gut angeleitet.

Der Einstieg in der Kinderdorffamilie

Mitte August konnte ich die Ausbildung zur Erzieherin in Teilzeit tatsächlich beginnen. Seitdem arbeite ich weiterhin in Teilzeit in der Kinderdorffamilie vergrößern und lerne dort alle Aufgaben kennen, die eine Erzieherin in der familienanalogen Betreuung übernimmt. Die Einarbeitung und Begleitung findet durch die Kolleginnen im Haus und durch die Bereichsleitung und den Fachdienst des Kinderdorfs statt. Durch meine Vorerfahrung in der Nachmittagsbetreuung werde ich von Anfang an voll mit einbezogen.
Die größte Herausforderung war es, plötzlich voll und ganz für fünf Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren da zu sein: angefangen vom Aufstehen am Morgen, über die Schule, gemeinsame Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung bis hin zur Begleitung von Elternbesuchen, Arztterminen usw.

Meine Zwischenbilanz

Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, die Erzieherausbildung berufsbegleitend machen zu können und sehe große Vorteile darin, Theorie und Praxis direkt miteinander verbinden zu können, auch wenn es manchmal anstrengend ist, nebenbei noch an zwei Nachmittagen die Woche für 8 Stunden die Schulbank zu drücken.

               

Bei der engen Kooperation mit den regionalen Fach- und Fachhochschulen geht es darum, Fachkräfte frühzeitzeitig an die Einrichtungen zu binden, aber auch darum bei den Ausbildungsstellen Interesse für die Arbeit des SOS Kinderdorf e.V. zu wecken und durch eine bessere Vernetzung von Theorie und Praxis zu einer fundierten und praxisorientierten Ausbildung der zukünftigen Fachkräfte beizutragen. Wir bieten dazu Praktikumsplätze in verschiedenen Arbeitsbereichen und knüpfen und pflegen Kontakte bei Praxisanleitertreffen und Praxistagen der Fach(hoch-)schulen. So konnten in den letzten Jahren nach Abschluss der Praktika bzw. der jeweiligen Ausbildungen eine Reihe von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewonnen werden.

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