Interview mit einer Auszubildenden im 2. Ausbildungsjahr

Abwechslungsreich, vielseitig und für einen guten Zweck

Die Auszubildende Julia Brix gibt Einblicke in den Ablauf ihrer Ausbildung in der Geschäftsstelle des SOS-Kinderdorf e.V. und erzählt, wie sie das Bewerbungsverfahren dort erlebt hat.

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung in der Geschäftsstelle von SOS-Kinderdorf entschieden?

Ich konnte mich lange nicht entscheiden, ob ich im Büro oder eher im sozialen Bereich, z.B. in  der Kinderbetreuung, arbeiten möchte. Beides hatte ich schon ausprobiert und beides hat mir Spaß gemacht. Als mich dann meine Freunde darauf aufmerksam gemacht haben, dass SOS-Kinderdorf Auszubildende als Bürokauffrau/-mann sucht, dachte ich mir sofort, das probiere ich. Da arbeitet man zwar nicht direkt mit Kindern, sondern eher im Hintergrund, aber es ist trotzdem für einen guten Zweck. So kann ich beides verbinden, das hat mir gefallen. Der gute Eindruck beim Bewerbungsgespräch und die Tatsache, dass SOS-Kinderdorf grundsätzlich versucht, Auszubildenden nach Beendigung der Ausbildung eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen, wenn passende Stellen zu besetzen sind, hat mich dann in meiner Entscheidung bestärkt, meine Ausbildung bei SOS-Kinderdorf zu machen.

Wie verlief das Bewerbungsverfahren für die Ausbildungsstelle bei SOS-Kinderdorf?
vergrößern Ich habe meine Bewerbung hingeschickt und wurde schon ein paar Tage später angerufen und zu einem Gespräch eingeladen. In dem Bewerbungsgespräch haben mich die Ausbilderin und ihr Kollege echt viel gefragt. Über meine Schule, meine Praktika, über SOS-Kinderdorf, warum ich Bürokauffrau werden möchte, warum ich die Ausbildung bei SOS-Kinderdorf machen möchte, was ich in meiner Freizeit so mache usw.. Sie wollten alles ganz genau wissen. Das hat mich schon etwas nervös gemacht, denn es ging ja auch um etwas. Im Gespräch dachte ich, das klappt nie. Aber schon eine Woche nach dem Gespräch war ich zu einem kleinen Test in der Geschäftsstelle eingeladen. Ich musste zwei Aufgaben am Computer bearbeiten. Danach hieß es erst einmal abwarten. Ich habe schon Zusagen von anderen Firmen bekommen, aber ich wollte unbedingt zu SOS-Kinderdorf. Und dann kam endlich der Anruf, dass ich einen Ausbildungsplatz dort bekomme. Ich habe mich so gefreut!

Wie haben Sie sich auf das Bewerbungsgespräch und den Test vorbereitet?

Vor dem Gespräch habe ich mich im Internet über SOS-Kinderdorf informiert. Ich war im Gespräch froh, dass ich mir vorher genau angeschaut habe, was SOS-Kinderdorf alles macht und welche Einrichtungen sie in Deutschland haben, denn sonst hätte ich viele Fragen nicht beantworten können. Bewerbungsgespräche selbst haben wir in der Schule mit unserer Lehrerin schon geübt, das war auch eine gute Vorbereitung. Auf den Test konnte ich mich nicht vorbereiten, denn ich wusste ja vorher nicht, was ich genau machen muss. Aber das war auch in Ordnung. Das, was ich machen musste, hatten wir in der Schule schon gelernt.

Jetzt sind Sie schon fast 1,5 Jahre in der Ausbildung. Welche Bereiche der Geschäftsstelle haben Sie bislang bereits kennengelernt, was haben Sie dort gemacht und wo waren Sie noch nicht?
vergrößern Ich war in der Personalabteilung und habe dort v.a. in der Personalbetreuung mitgearbeitet: vorbereitete Arbeitsverträge fertiggestellt und versendet, Schwangerschaftsmeldungen und Elternzeitanträge bearbeitet, die Personalakten gepflegt usw. Auch die Personalentwicklung v.a. die Mitorganisation der Veranstaltungen, habe ich kennengelernt. Im Marketing war ich bereits in verschiedenen Abteilungen und habe dort u.a. im Online-Weihnachtskartenverkauf mitgeholfen, durfte bei der Analyse und Weiterentwicklung des Internetauftritts mitarbeiten und habe Briefe und Emails von Spendern beantwortet. Dazwischen war ich in der Poststelle und war mit Lager und Versand beschäftigt und in der Bauabteilung war ich auch. Momentan arbeite  ich in der Finanzbuchhaltung mit. Ich kontiere Rechnungen, prüfe die Kassen der jeweiligen Einrichtungen und buche Belege für diese. Ich habe also schon einen ganz guten Überblick über viele Bereiche der Geschäftsstelle. Aber trotzdem gibt es auch noch einiges, was ich noch nicht gesehen habe. Für den Rest meiner Ausbildung bin ich auf jeden Fall noch einige Wochen in der Finanzbuchhaltung, die Gehaltsabrechnung werde ich noch kennenlernen und auch im Marketing werde ich noch in weiteren Abteilungen mitarbeiten.

Wie lange sind bzw. waren Sie ungefähr in den einzelnen Abteilungen?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt davon ab, wie wichtig der Arbeitsbereich für meine Ausbildung insgesamt ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass ich zwischen einem Monat und sechs Monaten in einem Bereich bin.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Ausbildung beim SOS-Kinderdorf aus?

Meine Kollegen und Kolleginnen in der Berufsschule fragen immer wieder erstaunt: „Was, du bist schon wieder in einer neuen Abteilung?“ Daran fällt mir auf, wie außergewöhnlich es ist, dass wir in der Ausbildung bei SOS-Kinderdorf fast alle Abteilungen kennenlernen. Das ist so schön abwechslungsreich und ich bekomme einen guten Überblick. In jeder Abteilung habe ich einen ganz konkreten Ansprechpartner, der sich Zeit für mich nimmt, in die neuen Aufgaben einführt und den ich immer fragen kann, wenn ich alleine nicht weiter komme. So lerne ich echt viel, kann viel mitarbeiten und mir wird nie langweilig.
Und natürlich macht auch der Vereinszweck von SOS-Kinderdorf die Ausbildung dort zu etwas ganz Besonderem. Ich weiß, ich arbeite für eine gute Sache.

Was hat Ihnen in Ihrer Ausbildung bislang besonders gut gefallen?

Super fand ich z.B., dass ich bei der Veranstaltung „Kinder laufen für Kinder“, für die ich bereits bei der Vorbereitung geholfen habe, dann auch im Olympiapark dabei sein durfte. Dort habe ich an einem Infostand über die Arbeit von SOS-Kinderdorf und die Möglichkeit diese durch Spenden zu unterstützen informiert. Insgesamt hat mir aber auch mein Einsatz in der Personalabteilung für die deutschen SOS-Einrichtungen sehr gut gefallen. Ich konnte viele der Personalverwaltungsaufgaben übernehmen. Dabei habe ich immer wieder mit den Einrichtungen telefoniert oder geemailt und habe dadurch auch viel Einblick in die Einrichtungen bekommen. Momentan lernen wir die Theorie zur Personalarbeit in der Berufsschule und ich merke, wie viel ich durch meine praktische Ausbildungsstation schon weiß. Das ist echt schön.

Wissen Sie schon, was Sie nach Ihrer Ausbildung machen möchten?

Ich würde sehr gerne bei SOS-Kinderdorf weiterarbeiten. Vor meiner Ausbildung habe ich mich vor allem für das Marketing interessiert. Das finde ich auch immer noch spannend und es macht mir Spaß. Aber noch mehr habe ich gerade meine Vorliebe für die Personalarbeit entdeckt. Wenn sich hier eine Möglichkeit ergibt, würde ich das sehr gerne machen.

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.