Glücklich an einem fremden Ort?

Buchprojekt

Beschreibung

Der Schlüssel für das Wohl von Kindern liegt in der Familie, heißt es. Was aber ist mit Kindern, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können und zeitweise oder dauerhaft fremduntergebracht aufwachsen? Welche Chancen bekommen sie – im Hinblick auf Verständnis, Zuwendung, Geborgensein, Förderung, soziale Integration? Liegt ihr Wohl in familienähnlicher Betreuung?

Das Buch bietet einen praxisnahen Überblick über den Stand der Fachdiskussion zum Thema "familienähnliche Betreuungsformen in der Jugendhilfe". Dreißig jugendliche und erwachsene Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft berichten über Erfahrungen und Erkenntnisse und beziehen Position. Dabei geht es auch um die Frage, wie die stationäre Erziehungshilfe ihre Angebote gestalten sollte, damit fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche das bekommen, was sie wollen und brauchen. Zur Diskussion steht, was Familie heute ausmacht und wie kindgerechte Lebensgemeinschaften aussehen.

Für alle, die mit Fragen der Erziehung und des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen zu tun haben.

Jürgen Blandow, Ludwig Liegle, Joachim Merchel, Michael Winkler, Klaus Wolf und andere

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

im SOS-Kinderdorf e.V.

Juventa, Weinheim 2002


Inhaltsverzeichnis

Von der Familie ins Heim - die Sicht der Beteiligten

Wie ist es dazu gekommen, dass ich im Heim lebe?
Svenja Friedrich
Fremdunterbringung aus der Sicht betroffener Eltern
Elke Lehnst und Heike Anne Reuß

Aufwachsen in einer Einrichtung der stationären Erziehungshilfe - was fördert die Entwicklung?

Was ich schon immer mal sagen wollte
Stephanie Hruza

Mehr als ein Dach über dem Kopf - Lebensräume schaffen

Was bräuchte ich, damit es mir im Heim gut geht?
Pamela Maternowski

Zusammenleben - Beispiele aus dem Alltag familienähnlicher Betreuung

Über meine Zeit im Kinderdorf
Nicole Kapprell

Öffentlich erzogen und familiär betreut - mit Widersprüchen leben

Wo gehöre ich hin, wo bin ich zu Hause?
Jennifer Tautz

Was ist zu tun? - Wege in die Zukunft

"Ich kann mitreden, aber … !"
Nick Gertler

Autoren

Svenja Friedrich

18 Jahre alt, lebte eineinhalb Jahre in einer Wohngruppe der Arbeiterwohlfahrt in Merkenbach bei Herborn. Ihre Interessen sind Kino, Lesen, Fahrrad fahren, mit Freunden weggehen.

Prof. Dr. Jürgen Blandow

Jahrgang 1940, Dr. phil., Erziehungswissenschaftler, Hochschullehrer im Studiengang Sozialpädagogik/Sozialarbeitswissenschaften der Universität Bremen. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Geschichte der Jugendhilfe, Strukturanalysen zur Heimerziehung und zum Pflegekinderwesen. (Stand der Veröffentlichung 2004)

Heinz-Joachim Gelberg

Jahrgang 1930, Ausbildung und zwölfjährige Tätigkeit als Buchhändler, buchhändlerischer Fachlehrer der Berufsschule Dortmund, anschließend Lektor in verschiedenen Verlagen; 1971 bis 1997 Verlagsleiter Beltz & Gelberg in Weinheim; freischaffender Autor und Herausgeber, Lehrauftrag an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main; zahlreiche Veröffentlichungen, unter anderem die Jahrbücher der Kinderliteratur, Herausgeber der Zeitschrift »Der bunte Hund – Magazin für Kinder in den besten Jahren« (seit 1981); 1972 Deutscher Jugendbuchpreis, 1990 Preis der Deutschen Umweltstiftung, 1997 »Volkacher Taler« der Deutschen Akademie Volkach, 2001 Bologna Ragazzi Award. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Doris Glasbrenner

Jahrgang 1954, Diplompsychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Familien- und Systemtherapeutin und Systemische Supervisorin (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie); langjährige Tätigkeit im psychologischen Fachdienst und in der psychologischen Beratungsstelle des Jugendhilfezentrums Marienpflege in Ellwangen. Arbeitsschwerpunkte: Systemische Interventionsplanung, Systemische Fortbildung und Beratung, Familien- und Systemtherapie. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Erwin Höbel

Jahrgang 1948, Diplompsychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Familien- und Systemtherapeut und Systemischer Supervisor (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie); langjährige Tätigkeit im psychologischen Fachdienst und in der psychologischen Beratungsstelle des Jugendhilfezentrums Marienpflege in Ellwangen. Arbeitsschwerpunkte: Systemische Interventionsplanung, Systemische Fortbildung und Beratung, Familien- und Systemtherapie. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Prof. Dr. Wilfried Hosemann

Jahrgang 1948, Dr. phil., Diplompädagoge, Diplomsozialarbeiter (FH); langjährige Erfahrung in der Beratung von Einzelnen, Paaren und Familien, Supervisor und Organisationsentwickler im Sozial- und Wirtschaftsbereich; Konzept- und Projektentwicklungen für den Zusammenhang von Erwerbs- und Familienleben; seit 1993 Professor für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit an der Universität Bamberg. Arbeitsschwerpunkte: Sozialpädagogische Familienberatung, systemtheoretische Konzepte Sozialer Arbeit, Theorien Sozialer Arbeit. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Dr. phil. Hans-Ullrich Krause

Jahrgang 1954, Diplompädagoge, Lehrbeauftragter, Buch- und Drehbuchautor; Leiter des Kinderhauses Berlin-Mark Brandenburg e.V., Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen und Vorstandsmitglied des Kronberger Kreises für Qualitätsentwicklung e.V. Arbeitsschwerpunkte: erzieherische Hilfen, Partizipation, Organisations- und Qualitätsentwicklung, Methoden der Sozialen Arbeit. (Stand der Veröffentlichung 2007)

Prof. Dr. Simone Kreher

Jahrgang 1961, Dr. phil., Studium der Soziologie an der Universität Leipzig; Professorin für Soziologie und Gesundheitssoziologie an der Fachhochschule Neubrandenburg, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Arbeitsschwerpunkte: Lebensverlaufs- und Biografieforschung, Familien- und Gesundheitssoziologie, qualitative Verfahren der empirischen Sozialforschung. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Ines Kurek-Bender

Jahrgang 1944, Diplomingenieurin, drei erwachsene Adoptivkinder, ein Pflegekind (18 Jahre); Vorsitzende des PFAD-Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien e.V., Leitung der PFAD-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main; Vorsitzende von PFAD FÜR KINDER, Pflege- und Adoptivfamilien, Landesverband Hessen e.V. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Elke Lehnst

Jahrgang 1963, Diplompädagogin; 1983 Geburt und Trennung von der bislang einzigen Tochter; seit 1995 in brieflichem Kontakt mit ihr und ihren Adoptiveltern; seit 1994 mit ihrem Partner zusammenlebend; 1997 Gründung der Selbsthilfegruppe »Mütter ohne Kinder« in Berlin, Initiatorin der Zeitschrift für Herkunftseltern IMPULSE; 1998 Mitgründerin des Vereins Netzwerk Herkunftseltern; 1998 bis 2000 Aufbau und Leitung der ersten Beratungsstelle für Herkunftseltern in Berlin; Leitung vieler Fortbildungsseminare im Bereich Adoption und Pflege; derzeit tätig in der Suchtberatung. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Wolfgang Liegel

Jahrgang 1937, verheiratet, vier Kinder; Diplomtheologe und Diplomsozialwissenschaftler; 1973 bis 1999 Referent für Erziehungshilfe im Landesjugendamt Rheinland in Köln; seit 2000 im Ruhestand und Geschäftsführer vom Kinder- und Jugendhilfeverbund Rheinland gGmbH (kjhv) in Düsseldorf. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Prof. Dr. Ludwig Liegle

Jahrgang 1941, 1967 Promotion in Pädagogik an der Freien Universität Berlin; 1969 bis 1972 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Pädagogik der Ruhr-Universität Bochum; 1972 Habilitation im Fach Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen; seit 1973 Professor am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen; seit 1973 Mitglied (1992 bis 1997 Vorsitzender) des Wissenschaftlichen Beirates für Familienfragen beim Bundesfamilienministerium. Forschungsgebiete: Familie, Kindheit, Frühpädagogik, Kulturvergleichende Sozialisationsforschung. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Maria Loh

Jahrgang 1951, Diplompsychologin; langjährige Tätigkeit bei freien Trägern im Bereich der Hilfen zur Erziehung und beim Fachverband Evangelische Erziehungshilfen e.V. im Diakonischen Werk Berlin/Brandenburg; Leitung des Projektes Qualitätsentwicklung im Bereich der Hilfen zur Erziehung »Fair Handeln« im Fachverband Evangelischer Erziehungshilfen (Fee e.V.); seit Anfang 1999 Mitarbeiterin in der Abteilung Jugend und Familie des Bezirksamtes Spandau in Berlin. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Prof. Dr. Joachim Merchel

Jahrgang 1953, Dr. phil., Diplompädagoge, Professor für das Fach „Organisation und Management“ und Leiter des weiterbildenden Verbundstudienganges „Sozialmanagement“ an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen. Arbeitsschwerpunkte: Sozialmanagement, Trägerstrukturen in der Sozialen Arbeit, Jugendhilfe mit Schwerpunkt Erziehungshilfe, Qualitätsmanagement. (Stand der Veröffentlichung 2003)

Prof. Dr. Oskar Negt

Jahrgang 1934, Dr. phil., Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Soziologie in Göttingen und Frankfurt am Main; seit 1970 Professor für Soziologie an der Universität Hannover. Themenschwerpunkte: Arbeit, Arbeitslosigkeit, Gesellschaftsreform. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Sven Petersen

Jahrgang 1968, Diplomsozialpädagoge; lebte sechs Jahre in einer Lebensgemeinschaft mit Kindern und Jugendlichen; derzeit Bereichsleiter für den Bereich »Kinderdorffamilien« im SOS-Kinderdorf Harksheide. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Hans-Jürgen Pieper

Jahrgang 1953, Ausbildung zum Lehrer (Deutsch, Sozialkunde, Pädagogik) mit anschließender sechsjähriger Unterrichtstätigkeit; Ausbildung zum Legasthenietherapeuten und sieben Jahre freiberufliche Tätigkeit in diesem Bereich; 1983 bis 1999 Erziehungsstelle des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen; seit 1991 Leiter einer Familienwohngruppe des Evangelischen Kinderheimes Obernjesa. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Heike Anne Reuß

Jahrgang 1961, verheiratet seit 1998, lebt derzeit in Eisenach/Thüringen; 1985 und 1988 Geburt ihrer beiden Kinder; 1993 gibt sie ihr jüngeres Kind wegen umfangreicher psychosozialer Probleme in eine Langzeitpflege; 1998 scheitert die Pflegschaft, der Sohn lebt eine Zeit lang wieder bei ihr, im November 2001 zieht er in ein heilpädagogisch-therapeutisches Heim. Ausbildung: Mittlere Reife (1978), Berufsausbildung als Schwimmmeistergehilfin (1981), Abitur (1999), seit 2001 Studium des Transport- und Verkehrswesens an der Fachhochschule Erfurt. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Rainer Ulrich Schmidt

Jahrgang 1953, Diplomsozialarbeiter, Zusatzqualifikation in Systemischer Supervision und Institutionsberatung; tätig im Jugendamt des Märkischen Kreises im Bereich Fremdplatzierung – Heimunterbringung und Pflegekinderdienst; Qualitätsentwicklung dieses Dienstes. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Wiebke Skolik

Jahrgang 1970, Diplompädagogin, derzeit in Ausbildung zur Transaktionsanalytikerin; seit September 2000 tätig in einer Wohngruppe mit innewohnender Betreuung (WAB) in der Wadzeck-Stiftung, Berlin; Schwerpunkt: Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsdefiziten und -verzögerungen im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich unter Einbeziehung ihres familiären Umfeldes. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Karl-Heinz Struzyna

Jahrgang 1952, Erziehungswissenschaftler; nach langjähriger Tätigkeit als Leiter eines freien Jugendhilfeträgers und Leiter eines Jugendamtes jetzt Referent im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Arbeitsschwerpunkte: Erziehungshilfen, Struktur- und Finanzierungsfragen in der Kinder- und Jugendhilfe. (Stand der Veröffentlichung 2003)

Eckhard Thiel

Jahrgang 1959, Diplompädagoge, Studium der Erziehungswissenschaften und Philosophie an der Universität Trier, Individualpsychologischer Berater (Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie) und Diplom-Musiktherapeut. Seit 1986 pädagogischer Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Worpswede und seit 2001 Bereichsleiter für den Bereich „Kinderdorffamilien“. (Stand der Veröffentlichung 2012)

Dr. Lothar Unzner

Jahrgang 1956, Dr. rer. nat., Diplompsychologe, Studium der Psychologie und Pädagogik an der Universität Regensburg; wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg und der Ruhr-Universität Bochum, langjähriger Leiter eines entwicklungstherapeutischen Heimes für Kleinkinder; zurzeit Leiter der Frühförderstellen des Einrichtungsverbundes Betreuungszentrum Steinhöring im Landkreis Erding; wissenschaftliche Arbeit und Veröffentlichungen zur Motivationsentwicklung und Bindung, insbesondere Bindung und Fremdunterbringung; Lehraufträge und Fortbildungsreferent. (Stand der Veröffentlichung 2004)

Prof. Gerhard Veith

Jahrgang 1944, Diplompsychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Professor für Psychologie an der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen, Religionspädagogik, Heilpädagogik und Pflege in Freiburg; Leiter von »Haus Schwabenstraße« (Außenstelle des Heilpädagogischen Heimes Mariahof, Hüfingen), einer Facheinrichtung für stationäre und teilstationäre Erziehungshilfen in Denzlingen. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Prof. Dr. Dr. Michael Winkler

Jahrgang 1953, Dr. phil., Dr. phil. habil., Studium der Pädagogik, Germanistik, Geschichte und Philosophie; Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Gastprofessuren an den Universitäten Graz und Wien. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Geschichte der Pädagogik und der Sozialpädagogik, pädagogische Zeitdiagnostik, Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung, insbesondere stationäre Betreuung von Kindern und Jugendlichen. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Prof. Dr. phil. Klaus Wolf

Jahrgang 1954, Diplomsozialpädagoge, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Siegen, Department Erziehungswissenschaft und Psychologie in der Fakultät Bildung, Architektur, Künste; zuvor Leiter einer Jugendhilfeeinrichtung in Hamburg, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Neubrandenburg und Professor für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Köln. Arbeitsschwerpunkte: Forschung zum Aufwachsen unter ungünstigen Bedingungen, insbesondere in hoch belasteten Familien, in Heimen und Pflegefamilien; Biografien und sozialpädagogische Interventionen; Mitherausgeber der Zeitschrift für Sozialpädagogik. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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