Wolfgang Graßl, Reiner Romer und Gabriele Vierzigmann

Mit Struktur und Geborgenheit - Kinderdorffamilien aus Sicht der Kinder

Beschreibung

Die Bedeutung von Familienbeziehungen ist in der Fachdiskussion unbestritten. Bei der SOS-Kinderdorffamilie als familienähnlicher Betreuungsform steht familiäre Normalität im Fokus: das Zusammenleben mit den Bezugspersonen in einer von Vertrauen geprägten Gemeinschaft. Diese Normalität bezeichnen die hier befragten Kinderdorfkinder als ausgesprochen wichtig.

Kinder und Jugendliche im SOS-Kinderdorf haben eine enorme Anpassungsleistung zu vollbringen: Sie müssen sich in Beziehung setzen zu der Normalität einer Einrichtung der Jugendhilfe und zu derjenigen, wie sie in einer Kinderdorffamilie gelebt wird und dem eigenen Wunsch nach Geborgenheit entgegenkommt. Der SOS-Kinderdorfmutter kommt dabei eine zentrale Rolle zu, denn sie ist für die Kinder und Jugendlichen weit mehr als nur eine Mitarbeiterin. Aus Sicht der Kinder und Jugendlichen ist auch Heimerziehung mehr als nur ein Job: Es geht darum, “Familie“ zu leben und den Alltag gemeinsam zu bewältigen.

Ohne Strukturen vorzugeben, ist erzieherisches Handeln nicht denkbar, und erzieherisches Handeln wird nicht angenommen ohne das Erleben von Geborgenheit. Die familienähnliche Betreuung liefert die Basis dafür, dass aus Beziehung und Bindung das Gefühl des Geborgenseins ebenso entstehen kann wie die Akzeptanz des pädagogischen Handelns.

Autoren

Wolfgang Graßl

Jahrgang 1956, Diplompädagoge, Diplomsozialpädagoge (FH), Systemischer Familientherapeut; seit 1989 Referent und seit 2005 Abteilungsleiter im Geschäftsbereich Personal und Pädagogik des SOS-Kinderdorf e.V. Arbeitsschwerpunkte: Steuerung und Planung von SOS-Einrichtungen in personeller, konzeptioneller und angebotsbezogener Hinsicht sowie die qualitative Weiterentwicklung insbesondere der familienanalogen Betreuungssettings.
(Stand der Veröffentlichung 2011)

Reiner Romer

Jahrgang 1959, Studium der Sozialpädagogik und Sonderpädagogik, Weiterbildung zum Organisationsberater und Coach; Referent im Fachbereich Pädagogik des SOS-Kinderdorf e.V., Beratungstätigkeit im Rahmen der Qualitätsentwicklung und konzeptionellen Weiterentwicklung der pädagogischen Einrichtungen des Trägers. (Stand der Veröffentlichung 2000)

Dr. phil. Gabriele Vierzigmann

Jahrgang 1958, Diplompsychologin; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V.; verantwortlich für den Aufgabenschwerpunkt Fachpublikationen; langjährig tätig in der Familienforschung und Familienberatung. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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