Jürgen Blandow

Mitsprechen und Mitbestimmen: Vom Recht auf Teilhabe

Beschreibung

Aufgabe und Ziel von Erziehung sollte es sein, Kinder auf dem Weg in die Selbstständigkeit und Selbstverantwortung zu begleiten. Das Leben von Kindern in Einrichtungen der Jugendhilfe ist jedoch von institutionellen, rechtlichen und fachlich-pädagogischen Normen bestimmt. Heime, Wohngruppen und Pflegefamilien sind Orte der öffentlichen Erziehung, und "fremdplatzierte“, öffentlich erzogene Kinder müssen sich an einem ihnen fremden Ort mit ihnen unbekannten Personen und Regelungen für den Alltag auseinandersetzen. Um ihren eigenen Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen, brauchen sie nicht zuletzt ein Gegengewicht, ein abgesichertes Recht zur Gegenwehr und zur Teilhabe an Belangen, die ihre eigene Person betreffen.

Was aber bedeutet Partizipation genau und woran sollen Kinder sich beteiligen können? Wie sehen ihre konkreten Teilhabemöglichkeiten aus und was bedeutet es für Erzieherinnen und Erzieher, wenn Kinder an Entscheidungen beteiligt werden?

Diesen Fragen widmet sich Jürgen Blandow auf der Suche nach der Bedeutung der verschiedenen Aspekte und Dimensionen von Teilhabe im Kontext der Heimerziehung. Er beschreibt notwendige Voraussetzungen sowie Fallen und Risiken bei dem Versuch, partizipatorische Strukturen und Prozesse in Einrichtungen umzusetzen. Engagiert setzt sich der Autor dafür ein, Kindern und Jugendlichen mehr Einfluss auf die zu verhandelnden Entscheidungen einzuräumen, ohne sie dabei jedoch zu überfordern. Deutlich unterstreicht er, dass es einer auf dialogische Einigungsprozesse setzenden, von Vertrauen, Liebe und Geduld geprägten wechselseitigen Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen bedarf, damit Empowerment und Teilhabe gelingen können.

Autoren

Prof. Dr. Jürgen Blandow

Jahrgang 1940, Dr. phil., Erziehungswissenschaftler, Hochschullehrer im Studiengang Sozialpädagogik/Sozialarbeitswissenschaften der Universität Bremen. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Geschichte der Jugendhilfe, Strukturanalysen zur Heimerziehung und zum Pflegekinderwesen. (Stand der Veröffentlichung 2004)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.