Elke Lehnst und Heike Anne Reuß

Fremdunterbringung aus der Sicht betroffener Eltern

Beschreibung

Aufgrund ihrer eigenen Benachteiligungen verfügen die wenigsten Eltern, denen eine Trennung von ihrem Kind bevorsteht, über Fähigkeiten und Ressourcen, die für eine erfolgreiche Suche nach Unterstützung nötig sind. Hilfe zu benötigen, bedeutet für die meisten, versagt zu haben. Und noch immer fehlen geeignete Hilfsangebote, die sowohl dem Kindeswohl als auch den Herkunftseltern dienlich sind. Wie aber müssen Hilfsangebote aussehen, die auch die Sicht von Herkunftseltern berücksichtigen und sensibel mit deren Situation umgehen? Wohin können Herkunftseltern sich auf dem schweren Weg der Trennung wenden und welche Hilfe benötigen sie vor und nach der Fremdunterbringung ihres Kindes?

Das sind Fragen, auf die Elke Lehnst und Heike Anne Reuss eine Antwort zu geben versuchen. Sie kennen die Situation und die mit ihr verbundenen Prozesse und Gefühle sowohl aus eigenem Erleben als abgebende Mütter, als auch durch den Austausch mit zahlreichen anderen Eltern, die ihr Kind in ein Heim oder eine Pflegefamilie gegeben haben. Die Autorinnen sind Mitbegründerinnen des Vereins Netzwerk Herkunftseltern. Sie berichten von ihren Erfahrungen bei der Hilfesuche, von Aspekten der Entscheidungsfindung im Hilfeprozess und von den verschiedenen Phasen der Trennungsbewältigung. An der Sprachlosigkeit, Isolation und Diskriminierung, die sie schildern, wird erkennbar, wie sehr es immer noch als Tabu gilt, ein Kind wegzugeben.

Autoren

Elke Lehnst

Jahrgang 1963, Diplompädagogin; 1983 Geburt und Trennung von der bislang einzigen Tochter; seit 1995 in brieflichem Kontakt mit ihr und ihren Adoptiveltern; seit 1994 mit ihrem Partner zusammenlebend; 1997 Gründung der Selbsthilfegruppe »Mütter ohne Kinder« in Berlin, Initiatorin der Zeitschrift für Herkunftseltern IMPULSE; 1998 Mitgründerin des Vereins Netzwerk Herkunftseltern; 1998 bis 2000 Aufbau und Leitung der ersten Beratungsstelle für Herkunftseltern in Berlin; Leitung vieler Fortbildungsseminare im Bereich Adoption und Pflege; derzeit tätig in der Suchtberatung. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Heike Anne Reuß

Jahrgang 1961, verheiratet seit 1998, lebt derzeit in Eisenach/Thüringen; 1985 und 1988 Geburt ihrer beiden Kinder; 1993 gibt sie ihr jüngeres Kind wegen umfangreicher psychosozialer Probleme in eine Langzeitpflege; 1998 scheitert die Pflegschaft, der Sohn lebt eine Zeit lang wieder bei ihr, im November 2001 zieht er in ein heilpädagogisch-therapeutisches Heim. Ausbildung: Mittlere Reife (1978), Berufsausbildung als Schwimmmeistergehilfin (1981), Abitur (1999), seit 2001 Studium des Transport- und Verkehrswesens an der Fachhochschule Erfurt. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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