Wolfgang Liegel

An der Familie leben: Plädoyer für eine flexible familiale Betreuung

Beschreibung

Die Entwicklungsphase der Jugend wird definiert als Übergangszeit zwischen Kindheit und Erwachsensein und ist gekennzeichnet durch das Hin- und Hergerissensein zwischen dem Schon und dem Noch-nicht. Schwierigkeiten in diesem Lebensabschnitt liegen vor allem darin, dass sich das Erwachsensein und das Kindsein überschneiden und gleichzeitig nebeneinander wirksam sind.

Wolfgang Liegel untersucht diese Phase am Beispiel sogenannter Betweenys. Diese Kinder im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren haben sich frühzeitig Erfahrungen und Fertigkeiten der Erwachsenenwelt angeeignet, die sie nicht mehr in ihren kindlichen Bedingungsrahmen einordnen können. Hinsichtlich für sie geeigneter Betreuungsangebote bringen sie nicht zuletzt dadurch die Jugendhilfe an ihre Grenzen.

Welche pädagogischen Haltungen und Betreuungsformen aber sind denkbar, wenn man diesen Kindern Raum zur Entwicklung lassen, sie in ihren Ambivalenzen respektieren und ihnen gleichzeitig Sicherheit und Geborgenheit vermitteln möchte? Was können Fachkräfte tun, um diesen Jugendlichen ein für sie stimmiges Verhältnis zwischen Distanz und Nähe, Betreuung und Unabhängigkeit zu ermöglichen?

Der Autor plädiert dafür, neue Formen familialer Betreuung für Betweenys zu entwickeln. Solche Angebote wären je nach Bedarf und im Einzelfall flexibel zu gestalten, damit diese Kinder mit den Problemen des Dazwischenseins besser zurechtkommen.

Autoren

Wolfgang Liegel

Jahrgang 1937, verheiratet, vier Kinder; Diplomtheologe und Diplomsozialwissenschaftler; 1973 bis 1999 Referent für Erziehungshilfe im Landesjugendamt Rheinland in Köln; seit 2000 im Ruhestand und Geschäftsführer vom Kinder- und Jugendhilfeverbund Rheinland gGmbH (kjhv) in Düsseldorf. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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