Joachim Merchel

Marktwert und "Zukunftsprodukt": Wer braucht familienähnliche Betreuungsformen?

Beschreibung

Die Erziehungshilfe hat sich mittlerweile zu einem hoch ausdifferenzierten System von unterschiedlichen Einrichtungs- und Angebotsformen herausgebildet. Das Ergebnis dieser Ausdifferenzierung ist eine Struktur der Hilfen zur Erziehung, die selbst für Fachkräfte in der Jugendhilfe kaum noch zu überblicken ist.

Joachim Merchel stellt zunächst die Bedeutung familienähnlicher Betreuungsformen im Kinder- und Jugendhilfegesetz vor. Im Anschluss daran untersucht er das Unterbringungsverhalten der Jugendämter sowie das Aufnahmealter der Kinder und Jugendlichen in der Heimerziehung allgemein und insbesondere in familienanalogen Betreuungsformen im Zeitraum zwischen 1993 und 1998. Der Autor geht dabei der Frage nach, inwieweit familienähnliche Betreuungssettings von der Tendenz her ein Arrangement mit Zukunftsperspektive sind. Obwohl sich zu einem möglichen künftigen Stellenwert dieser Formen der Erziehungshilfe ein uneinheitliches und zum Teil mit Widersprüchen behaftetes Bild ergibt, kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, dass Anzeichen für einen möglicherweise zunehmenden Bedarf an professionellen Formen familienähnlicher Erziehung erkennbar sind.

Autoren

Prof. Dr. Joachim Merchel

Jahrgang 1953, Dr. phil., Diplompädagoge, Professor für das Fach „Organisation und Management“ und Leiter des weiterbildenden Verbundstudienganges „Sozialmanagement“ an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen. Arbeitsschwerpunkte: Sozialmanagement, Trägerstrukturen in der Sozialen Arbeit, Jugendhilfe mit Schwerpunkt Erziehungshilfe, Qualitätsmanagement. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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