Hans-Jürgen Pieper

Besonderheiten im Alltag einer Erziehungsstellenfamilie

Beschreibung

Welche Anforderungen ergeben sich für Erziehungsstelleneltern und -kinder und an welche Grenzen kommen diese im Laufe des Zusammenlebens in dieser speziellen Lebensform? Wie wirkt sich die ambivalente Außensicht auf Erziehungsstellen auf das Familiensystem aus und welche Strategien zur Konfliktlösung erweisen sich als erfolgreich?

Entlang dieser Fragestellungen beschreibt Hans-Jürgen Pieper, wie nach der Aufnahme eines Erziehungsstellenkindes aus seiner zuvor "privaten“ Familie eine "öffentliche“ wurde, eine Familie, die als System nicht gewachsen war, sondern konstruiert wurde. Er berichtet von den Erfahrungen, die er und seine Frau in den darauffolgenden Jahren mit weiteren aufgenommenen Kindern in diesem Betreuungssetting gemacht haben. Ziel ihrer Bemühungen bei allen individuellen Unterschieden und Widersprüchen war für sie nur das eine: die Schaffung eines verlässlichen, geschützten Lebensrahmens, in dem jedes Kind sich entsprechend seiner Möglichkeiten entwickeln und in die Selbstständigkeit des Erwachsenseins hineinwachsen konnte.

Lebendig schildert der Autor Aspekte der gemeinsam entwickelten Familienkultur und die unterschiedlichsten Erfahrungen und Widersprüche im langjährigen Zusammenleben mit Erziehungsstellenkindern, ihren Herkunftseltern und den Teilsystemen Schule, Umfeld und Jugendamt. Einen besonderen Schwerpunkt legt er dabei auf die Phase der Ablösung der Kinder und den Verselbstständigungsprozess der jungen Erwachsenen.

Autoren

Hans-Jürgen Pieper

Jahrgang 1953, Ausbildung zum Lehrer (Deutsch, Sozialkunde, Pädagogik) mit anschließender sechsjähriger Unterrichtstätigkeit; Ausbildung zum Legasthenietherapeuten und sieben Jahre freiberufliche Tätigkeit in diesem Bereich; 1983 bis 1999 Erziehungsstelle des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen; seit 1991 Leiter einer Familienwohngruppe des Evangelischen Kinderheimes Obernjesa. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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