Rainer Ulrich Schmidt

Fremdunterbringung aus der Sicht eines Jugendamtsmitarbeiters

Beschreibung

Anhand eines Fallbeispiels schildert Rainer Ulrich Schmidt den Prozess der Fremdunterbringung eines Kindes aus der Sicht eines Jugendamtsmitarbeiters. Wie werden die formalrechtlichen Bedingungen durch das Jugendamt geschaffen? Und welche Schwierigkeiten können sich ergeben bei dem Versuch, für den spezifischen Fall geeignete Jugendhilfeeinrichtungen zu finden?

In dem geschilderten Beispiel bietet sich für den Jugendlichen zunächst eine Wohngruppe mit therapeutischen Angeboten an. Nachdem diese Gruppe sich jedoch nicht als das richtige Setting erweist, wird eine zeitlich begrenzte erlebnisorientierte Einzelmaßnahme vorgeschlagen, um ihm die Möglichkeit zu geben, aus den elterlichen Auseinandersetzungen herauszutreten und sich selbst neu zu orientieren. Unterstützend wird die familientherapeutische Beratungsarbeit sowohl während dieser Maßnahme und als auch nach der Rückführung fortgesetzt.

Das Beispiel zeigt, wie Kinder in Problemsituationen gefangen sein können und Auffälligkeiten hervorbringen die innerfamiliär zum Ausstoßungsverhalten führen. Und nicht selten zeigen die Lebensumstände vieler Familien, dass ambulante Maßnahmen zur Unterstützung nicht immer ausreichen. Es wird deutlich, aus welchen Gründen die Wirkungen von Interventionen in komplexe psychosoziale und familiäre Gefüge kaum vorherzusagen sind und welchen Anforderungen Jugendamtsmitarbeiter gerecht werden müssen, wenn ernsthaft versucht wird, nachhaltige Problemlösungen für alle Beteiligten zu finden.

Autoren

Rainer Ulrich Schmidt

Jahrgang 1953, Diplomsozialarbeiter, Zusatzqualifikation in Systemischer Supervision und Institutionsberatung; tätig im Jugendamt des Märkischen Kreises im Bereich Fremdplatzierung – Heimunterbringung und Pflegekinderdienst; Qualitätsentwicklung dieses Dienstes. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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