Eckhard Thiel

Fremdunterbringung aus der Sicht eines Einrichtungsmitarbeiters

Beschreibung

Im Aufnahmeverfahren werden die Weichen für das zukünftige Zusammenleben und die Zusammenarbeit in der Einrichtung gestellt. Für den Erfolg einer Maßnahme ist es entscheidend, dass Kinder und Eltern ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend in die Aufnahme miteinbezogen sind. In diesem Beitrag werden die Beteiligten und die Rahmenbedingungen im Kinderaufnahmeverfahren sowie die Besonderheiten im Konzept der SOS-Kinderdorffamilie dargestellt. Welche Einflussfaktoren erweisen sich als entscheidend für den Erfolg einer Maßnahme? Wie kann mit Tabuthemen und komplexen Rollenanforderungen umgegangen werden?

Entlang dieser Fragen beschreibt Eckhard Thiel das Aufnahmeverfahren aus Sicht der aufnehmenden Einrichtung. Er betont, dass die fachliche Perspektive niemals ungebrochen zum Tragen kommen kann, denn sie wird immer auch durch die Haltung der am Verfahren beteiligten Fachkräfte ergänzt und gefiltert und bildet damit den Boden, auf dem eine Aufnahme vonstatten geht. Damit dieser Prozess gut gelingen kann, müssen beide Seiten berücksichtigt werden.

Der Autor plädiert dafür, das Aufnahmeverfahren immer wieder auf seine Stimmigkeit hin zu überprüfen. Wenn es sich bewährt, indem es für eine gute Kommunikation aller Beteiligten sorgt und ihnen eine möglichst stimmige Rolle im Aufnahmeverlauf zuweist, so trägt dies zur Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Diese wiederum ist eine wesentliche Voraussetzung für engagiertes und pädagogisch verantwortliches Handeln.

Autoren

Eckhard Thiel

Jahrgang 1959, Diplompädagoge, Studium der Erziehungswissenschaften und Philosophie an der Universität Trier, Individualpsychologischer Berater (Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie) und Diplom-Musiktherapeut. Seit 1986 pädagogischer Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Worpswede und seit 2001 Bereichsleiter für den Bereich „Kinderdorffamilien“. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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