Reinhart Wolff

Im Spannungsfeld von Selbsthilfe und Gemeinwesenarbeit: Was Soziale Arbeit von Mütterzentren lernen kann

Beschreibung

Soziale Initiativen als Orte der Solidarität gewinnen immer dann an Kraft und Einfluss, wenn sich gesellschaftliche Krisen zuspitzen und es zu einem soziokulturellen und einem politischen oder ökonomischen Veränderungsprozess kommt. Sie sind zumeist dann erfolgreich, wenn sie schichtübergreifend angelegt sind und wenn kreative Leitfiguren die eigenen sozialen Interessen und zugleich die emanzipativen Interessen des Ganzen vertreten und nach konkreten Lösungen für die entstandenen Problem- und Notlagen suchen. Auch die Mütterzentren haben hier angesetzt. Sie haben sich selbst in Bewegung gesetzt und organisiert und seismographisch auf die gesellschaftlichen Veränderungen und die aus ihnen entstandenen Bedürfnisse reagiert.

Anschließend an einen Abriss der Geschichte der Sozialen Arbeit veranschaulicht Reinhart Wolff die Herangehensweise und das Angebotssprektrum im SOS-Mütterzentrum Salzgitter. In Selbsthilfeinitiativen wie dieser kommen verschiedene Menschen – Laien und Fachleute, Ältere und Jüngere, vor allem Frauen und Kinder – mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten zusammen. Hier wird Leben auf Gegenseitigkeit und Hilfe als Kooperation im Nahraum möglich, und in Mütterzentren schaffen selbstbetroffene Mütter mit- und füreinander günstige Alltagssituationen, die das Leben leichter und befriedigender gestalten helfen.

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Sozialarbeit im Bündnis mit den Müttern lernen könnte, wie Hilfe als gemeinsame Aktion Selbsthilfe freisetzt und fachliche Hilfe effektiviert. "Was man haben will, das muss man tun", so bringt es die Leiterin des SOS-Mütterzentrums Salzgitter  auf den Punkt.

Autoren

Prof. Dr. Reinhart Wolff

Jahrgang 1939, Erziehungswissenschaftler und Soziologe, Hochschullehrer für Sozialarbeit und Sozialpädagogik an der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin, Privatdozent an der Freien Universität Berlin; Begründer des Kinderschutz-Zentrums Berlin und langjähriger Vorsitzender des deutschen Zweiges des Internationalen Sozialdienstes. Forschungsschwerpunkte: Kindesmisshandlung, Gewalt in der Familie, Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilfe, Hilfesystemforschung, Qualitätsentwicklung. (Stand der Veröffentlichung 2005)

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