Karlheinz Weigand

"Ich bin Gärtner." "Ich bin Weberin." Leben und Arbeiten mit geistig behinderten Erwachsenen

Beitrag aus SOS-Dialog 1995

Beschreibung

"Geistige Behinderung ist keine Krankheit. So gesehen, gibt es auch keine Heilung." Karlheinz Weigand macht dieses Statement zum Ausgangspunkt seines Plädoyers für einen im pädagogischen Sinne "ganzheitlichen“ Umgang mit geistig behinderten Menschen, der von Akzeptanz und Förderung der individuellen Persönlichkeit geprägt ist.

Anhand der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Dorfgemeinschaft Hohenroth schildert er die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten, die dieses Modell den hier lebenden geistig behinderten Erwachsenen bietet. Durch sinnvolle, ihren Fähigkeiten entsprechende Tätigkeiten lernen sie, die Vernetzung von Arbeits- und Lebenszusammenhängen innerhalb der Dorfgemeinschaft zu begreifen. Dieses Wissen, der strukturierte Alltag als Orientierungshilfe und die Geborgenheit in der Gemeinschaft ermöglichen es den Bewohnern, ihrer Arbeit mit Freude und Stolz nachzugehen, getragen von dem Gefühl, ein weitgehend eigenständiges, erfülltes Leben führen zu können.

Dennoch möchte der Autor die Dorfgemeinschaft ausdrücklich nicht als geschlossene Enklave innerhalb einer "normalen“ Gesellschaft verstanden wissen, sondern als sozial gemeinnützige Einrichtung, die durch ihre Werte vermittelnde Vorbildfunktion zur Bereicherung der Lebensqualität aller beitragen kann.

Autoren

Karlheinz Weigand

Jahrgang 1952, graduierter Sozialpädagoge und Sozialtherapeut, ist seit 1982 für den SOS-Kinderdorf e.V. tätig – zunächst als Leiter einer Jugendwohngemeinschaft. Seit 1990 leitet er die Dorfgemeinschafl Hohenroth, in der etwa 140 geistigseelisch behinderte Menschen eine bleibende Heimat gefunden haben. (Stand der Veröffentlichung 1995)

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