Albert Lenz

Prävention kontra Prävention

Beitrag aus SOS-Dialog 1996

Beschreibung

Prävention gehört zu den Forderungen und Zielen, die heute in keiner sozialen, gesundheitspolitischen und psychosozialen Fachdiskussion mehr fehlen.

Albert Lenz gibt eine Einführung in das Handlungskonzept Prävention, dessen Ziel es ist, soziale Probleme und menschliches Leid frühzeitig, schon im Vorfeld, zu verhindern. Dabei beschreibt er, dass im Mittelpunkt von traditionellen Auffassungen häufig expertenzentrierte Definitionen und normative Zielvorstellungen stehen. Neue Präventionsansätze hingegen richten ihren Blick auf die Lebenswelten der Betroffenen: Sie rücken ab vom Ziel der Verhinderung und bewegen sich in Richtung Förderung, Gestaltung und Partizipation.

Der Verfasser schildert detailliert die Präventionspraxis in der Beratungsarbeit und erläutert das Thema Prävention im Problemfeld "sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine Präventionsarbeit in diesem Bereich, die im Wesentlichen Kinder als Zielgruppe fokussiert und begleitend dazu Öffentlichkeitsarbeit leistet, zu kurz trete. Dem könnten etwa sozialökologische Ansätze aus der Gemeindepsychologie entgegenwirken. In ihnen wird versucht, alternative Modelle zur Erklärung von und zum Umgang mit Problemen und Krisen zu entwickeln, und sie bieten überzeugende Vorschläge zur Verbesserung von Präventionsarbeit.

Autoren

Albert Lenz

Jahrgang 1951, Professor, Dr. phil., Diplom-Psychologe, ist Hochschullehrer an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen. Langjährige Praxiserfahrung als Leiter einer Erziehungs- und Familienberatungsstelle in einer ländlichen Region. (Stand der Veröffentlichung 1996)

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