Elfriede Seus-Seberich

"Eigentlich ist Lena ganz nett!"

Beitrag aus SOS-Dialog 1996

Beschreibung

Elfriede Seus-Seberich portraitiert die Integration des achtjährigen Migrantenmädchens Lena. Aus Russland kommend, wegen sprachlicher Probleme vereinsamt und zurückgezogen, wird den Eltern des einst kontaktfreudigen Mädchens geraten, sich wegen ihrer Verhaltensauffälligkeiten für einen Platz in einer heilpädagogischen Tagesstätte zu bewerben. Der Reitunterricht, die Arbeit mit den Tieren und die Gruppenarbeit auf dem Hof sollen Lena dabei helfen, ihre Probleme zu bewältigen, und ihr die Möglichkeit geben, in einem neuen sozialen Umfeld Halt und Anerkennung zu finden.

Anfänglich zeigt Lena kein Interesse am Reiten oder den anderen Kindern und lehnt es ab, an den Gruppenbesprechungen teilzunehmen. Doch die Betreuer lernen im Laufe der Zeit, mit den Eigenarten des Mädchens umzugehen und ihr die nötige Freiheit und Eigenheit zuzugestehen, sodass ein gesundes Verhältnis auch innerhalb der Gruppe entstehen kann. Lena wird es nun möglich, schrittweise zu einem Teil der Gemeinschaft zu werden. Auch ihre anfängliche Skepsis gegenüber den Pferden kann sie mit der Zeit überwinden, und sie findet schließlich Bezug zu einem Tier, das eine ähnliche Geschichte hat wie sie selbst.

Eines der Mädchen, das sich anfangs fast stündlich über Lena beklagt hatte, wundert sich nun: „Komisch, eigentlich ist die Lena ganz nett.“

Autoren

Dr. phil. Elfriede Seus-Seberich

Jahrgang 1946, Diplompsychologin, Erziehungswissenschaftlerin, seit 1977 Leiterin des SOS-Beratungs- und Familienzentrums München, eines Familienhilfeverbundes mit einer Erziehungsberatungsstelle, einem Familienzentrum und Projekten für benachteiligte und Migrantenfamilien sowie Frühe Hilfen. Arbeitsschwerpunkte: Erziehungsberatung sozial benachteiligter Kinder und Familien, Kinder- und Familienarmut, Migration, Frühe Hilfen und Kinderschutz. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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