Eckart von Blomberg und Annemarie Zoch

Dulsberg – von außen gesehen – ein intakter Stadtteil?

Beitrag aus SOS-Dialog 1996

Beschreibung

Eckart von Blomberg und Annemarie Zoch berichten von ihrer Arbeit in einer stadtteilorientierten Beratungsstelle in Dulsberg, einem Stadtteil von Hamburg , der sich im Laufe der Zeit zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hat. Die Marginalisierung ist vorangeschritten, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus bestimmen den Alltag, eine Mittelschicht und Menschen mittleren Alters fehlen, und es gibt vermehrt Anzeichen für eine Verwahrlosung des Viertels.

1976 wurde die SOS-Beratungsstelle gegründet und seit 1991 der Stadtteil vom Senat in ein Hilfsprogramm aufgenommen. Seitdem bemühen sich die Mitarbeiter, Menschen bei Problemen, wie Sprach- und Verständnisschwierigkeiten, Wohn- und Existenzproblemen bis hin zu Rechtsfragen, durch Sozialberatung unterstützend zur Seite zu stehen.

Besonderheiten der Beratungsstelle sind einerseits die unter einem Dach gebündelte Multiprofessionalität sowie eigenständige Angebote, zwischen denen ein ständiger interner Austausch stattfindet. Schnittstellen zwischen den Fachbereichen und die Vermittlung zwischen den Angeboten ermöglichen es, sozialpädagogische und therapeutische Hilfe für verschiedenste Problemfelder anzubieten. Hinzu kommt ein offener Bereich, in dem Anreize zur Selbsthilfe und zum sozialen Anschluss gesetzt werden. Darüber hinaus wird versucht, die Vernetzung aller sozialen Einrichtungen im Stadtteil voranzutreiben. Auch hierin liegt eine Möglichkeit, die Widersprüche zwischen Sozialarbeit und Sozialpolitik zugunsten der Bewohner des Stadtteils aufzuheben.

Autoren

Eckart von Blomberg

Jahrgang 1958, ist gelernter Seemann, Industriekaufmann und Diplom-Sozialpädagoge. Er war Leiter eines Jugendhauses beim SOS-Kinderdorf e.V. und leitet heute SOS-Treffpunkt und Beratung in Hamburg. (Stand der Veröffentlichung 1996)

Annemarie Zoch

Jahrgang 1950, Diplom-Psychologin, arbeitet seit vielen Jahren in der Einrichtung SOS-Treffpunkt und Beratung in Hamburg vor allem in den Bereichen Einzeltherapie, präventive und offene Arbeit. Zusatzausbildungen in Autogenem Training und Progressiver Relaxation. (Stand der Veröffentlichung 1996)

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