Anita Heiliger

Zu Hintergründen und Grundsätzen einer antisexistischen Jungenarbeit

Beitrag aus SOS-Dialog 1998

Beschreibung

Zum Thema Jungenarbeit nimmt die feministische Mädchen- und Frauenforschung den ebenso pointierten wie provokativen Standpunkt ein, dass es dabei um nicht weniger gehen kann, als darum, das männliche Rollenkonzept gründlich und endgültig von patriarchalischen Bestandteilen − wie etwa der Verleugnung von Ängsten und Schwächen oder Gewalttätigkeit als Kompensation − zu befreien. Diejenigen, die in diesem Sinne die Verantwortung für eine nicht-sexistische Jungengsozialisation übernehmen, sehen sich jedoch in dem Dilemma, einerseits alternative Männlichkeitsbilder vermitteln zu wollen und andererseits mit den Botschaften und Signalen einer sexistischen Umwelt konfrontiert zu sein.

Anita Heiliger beschreibt zunächst anhand von Forschungsergebnissen Aspekte einer auf patriarchalischen Männlichkeitsbildern beruhenden Jungensozialisation sowie deren destruktive Auswirkungen auf Männer und Frauen. Anschließend formuliert sie Anforderungen und Aufgaben anitsexistischer Jungenarbeit. Engagiert fordert sie dazu auf, über mögliche Ansatzpunkte nachzudenken, um neuen Vorstellungen von "Männlichkeit“ jenseits gängiger Männlichkeitskriterien Gültigkeit zu verleihen.

Autoren

Dr. Anita Heiliger

Jahrgang 1942, Dr. rer. soc., Sozialwissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut in München in der Abteilung Mädchen- und Frauenforschung. Verschiedene Arbeiten zu Fragen feministischer Mädchen- und Frauenpolitik, männlicher und weiblicher Sozialisation, Gewalt gegen Mädchen und Frauen, zuletzt Projekt zum Zusammenhang zwischen sexueller Gewalt und männlicher Sozialisation. Zur Zeit Forschungsprojekt zu Täterstrategien bei sexuellem Mißbrauch. (Stand der Veröffentlichung 1998)

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