Gabriele Vierzigmann und Reinhard Rudeck

Jungenarbeit – Auf dem Weg zu einer geschlechtsbewußten Jugendhilfe

Beitrag aus SOS-Dialog 1998

Beschreibung

Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit werden von Kindern nicht nur übernommen, sondern auch über tagtägliches Handeln hergestellt, vervielfältigt und verfestigt. Was Geschlecht ausmacht und wie sich das Verhältnis der Geschlechter einrichtet, das ist großenteils gesellschaftlich definiert und sozial konstruiert. Wie kann es unter diesen Voraussetzungen gelingen, eigenbestimmte Selbstbilder und Lebensentwürfe zu entwickeln? Gibt es soziale Spielräume, in denen alternative Möglichkeiten ausprobiert werden können? Welche Anforderungen stellt die geschlechtsspezifische Perspektive an die Fachkräfte der Sozialen Arbeit?

Die Jugendhilfe hat es sich zur Aufgabe gemacht, weibliche und männliche Jugendliche in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ihnen in ihrer jeweiligen Eigenheit zu begegnen und sie – im Bewusstsein ihres eigenen Geschlechts – zu einer aktiven Auseinandersetzung mit ihren individuellen Dispositionen und soziokulturellen Vorgaben anzuregen. Ziel dabei sollte es sein, Jungen und Mädchen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie in ihrer weiblichen und männlichen Identität zu emanzipieren.

Gabriele Vierzigmann und Reinhard Rudeck gehen in dem vorliegenden Beitrag der Frage nach, wie viel Raum Jungen heute angesichts eines immer noch weitgehend stereotypen Männlichkeitsbildes für eigene Rollen- und Lebensentwürfe tatsächlich haben und auf welche Art und Weise die Jugendhilfe sie darin unterstützen könnte.

Autoren

Dr. phil. Gabriele Vierzigmann

Jahrgang 1958, Diplompsychologin; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V.; verantwortlich für den Aufgabenschwerpunkt Fachpublikationen; langjährig tätig in der Familienforschung und Familienberatung. (Stand der Veröffentlichung 2003)

Reinhard Rudeck

Jahrgang 1949, Diplompsychologe, Leiter des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V. Arbeitsschwerpunkte: Ressourcenunterstützende Handlungsansätze in den Praxisfeldern und Institutionen der Jugendhilfe, Forschung im Bereich der stationären Hilfen der Erziehung, beteiligungsorientierte Entwicklungsprozesse in familialen und organisationalen Systemen, Jugendhilfeplanung, Strategieentwicklung in Non-Profit-Organisationen. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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