Elfriede Seus-Seberich und Reinhard Rudeck

Arm und nicht glücklich. Arme Kinder in der Familienberatung

Beitrag aus SOS-Dialog 1999

Beschreibung

Elfriede Seus-Seberich und Reinhard Rudeck verdeutlichen am Portrait einer Familie die verschiedenen Aspekte und Zusammenhänge des Themenkomplexes "Kinderarmut in Deutschland“. Dabei wird deutlich, dass Armsein von den betroffenen Kindern als Makel erlebt wird und dass es ihnen in einer zunehmend an Konsum orientierten Wirklichkeit schwerfällt, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Hinzu kommt, dass in den Familien die Gedanken und Auseinandersetzungen zumeist um Geld beziehungsweise um den Mangel daran kreisen.

Die Autoren schildern auf sehr eindrückliche Weise, welche Auswirkungen Armut auf Familien und Kinder haben kann: Armut isoliert, sie bedeutet Dauerstress. Für manche Familien ist ein Ende dieser Situation absehbar, wenn ihre wirtschaftliche Lage sich ändert und sie eines Tages wieder zu dem Teil der Gesellschaft gehören können, der sich nicht in einer materiellen Notlage befindet. Immer mehr Familien aber müssen mit dieser Stress-Situation und den damit verbundenen Belastungen jahrelang oder sogar dauerhaft zurechtkommen.

Die Kinder- und Jugendhilfe befindet sich diesbezüglich in einer schwierigen Situation, denn sie kann dem Problem allenfalls mit Einzelfallmaßnahmen begegnen, mit denen sie arme Familien unterstützt. Die Autoren machen jedoch deutlich, dass die Armutsbekämpfung insgesamt im Wesentlichen davon abhängt, in welchem Ausmaß das Thema politisch und als gesamtgesellschaftliche Anstrengung ernst genommen wird.

Autoren

Dr. phil. Elfriede Seus-Seberich

Jahrgang 1946, Diplompsychologin, Erziehungswissenschaftlerin, seit 1977 Leiterin des SOS-Beratungs- und Familienzentrums München, eines Familienhilfeverbundes mit einer Erziehungsberatungsstelle, einem Familienzentrum und Projekten für benachteiligte und Migrantenfamilien sowie Frühe Hilfen. Arbeitsschwerpunkte: Erziehungsberatung sozial benachteiligter Kinder und Familien, Kinder- und Familienarmut, Migration, Frühe Hilfen und Kinderschutz. (Stand der Veröffentlichung 2008)

Reinhard Rudeck

Jahrgang 1949, Diplompsychologe, Leiter des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V. Arbeitsschwerpunkte: Ressourcenunterstützende Handlungsansätze in den Praxisfeldern und Institutionen der Jugendhilfe, Forschung im Bereich der stationären Hilfen der Erziehung, beteiligungsorientierte Entwicklungsprozesse in familialen und organisationalen Systemen, Jugendhilfeplanung, Strategieentwicklung in Non-Profit-Organisationen. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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