Christel Sperlich

Schattenkinder

Beitrag aus SOS-Dialog 1999

Beschreibung

Wer heute von Armut und Arbeitslosigkeit spricht, der denkt zuerst an Erwachsene. Mitbetroffen, aber wenig beachtet, sind jedoch Kinder von Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen. Welche Aspekte ihrer Armut wiegen für sie besonders schwer? Wie sieht ihre Lebenswirklichkeit aus und was wünschen sie sich für die Zukunft? 

Christel Sperlich hat mit einigen dieser Kinder gesprochen. Mit großer Offenheit haben sie ihr von ihren Gedanken, Träumen und Ängsten erzählt. Die hier vorgestellten Geschichten aus dem Leben armer Kinder in Deutschland spiegeln verschiedene Facetten eines Schattendaseins: Der elfjährige Paul etwa ist traurig, weil sein Vater wieder nicht im Lotto gewonnen hat, und René sorgt sich darum, ob seine Mutter an Krebs stirbt. Melanie hat Angst, in der Armenküche von ihren Klassenkameraden gesehen zu werden, und Daniel möchte später einmal selbstständig und von niemandem abhängig sein.

Die hier wiedergegebenen Erzählungen der Kinder über ihre spezifische Lebenssituation machen betroffen und nachdenklich, denn sie verdeutlichen auf sehr plastische Art und Weise, was es jenseits rein materiell-finanziell orientierter Armutsbegrifflichkeiten tatsächlich bedeutet, in Deutschland als Kind einer armen Familie zu leben.

Autoren

Christel Sperlich

Jahrgang 1952, Journalistin mit dem Schwerpunkt Soziales, Kinder, Jugend und Familienpolitik; vorrangig für das Fernsehen tätig. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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