Hannelore Weskamp

Eigensinn macht Sinn – Evelyns Geschichte

Beitrag aus SOS-Dialog 1999

Beschreibung

Hannelore Weskamp erzählt die Geschichte von Evelyn, einer gelernten Friseurin und alleinerziehenden Mutter. Nach ihrer Ausbürgerung aus der DDR und einer starken körperlichen Einschränkung infolge eines Unfalls empfindet die junge Frau sich als chancenlos auf dem Arbeitsmarkt im Westen. Sie rebelliert gegen Angepasstheit und Regelmäßigkeit und verzichtet daher konsequent auf öffentliche Hilfen. Evelyns Leben spielt sich ab zwischen Schuldgefühlen ihren Kindern gegenüber und dem Hunger nach dem “richtigen Leben“. Nach verschiedenen Lebensstationen landet sie schließlich in Salzgitter, allein und hoffnungslos.

Auf Empfehlung einer Nachbarin geht sie eines Tages ins Mütterzentrum. Ihr anfängliches Misstrauen vor Fremdbestimmung und moralischer Verurteilung weicht im Laufe der Zeit einem Erkennen, aber auch Erstaunen darüber, dass sie hier willkommen ist, so wie sie ist. Sie lernt, den Menschen und ihrer Hilfsbereitschaft und Toleranz zu vertrauen, und schließt zum ersten Mal in ihrem Leben Freundschaften. Mit dem Mütterzentrum hat sie einen Ort gefunden, an dem sie auf eine Art und Weise integriert wird, die es ihr möglich macht, wieder aktiv zu werden, Verantwortung für ihr eigenes Leben und ihre Kinder zu übernehmen und selbst einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.

Autoren

Hannelore Weskamp

Jahrgang 1949, Diplompädagogin, Soziotherapeutin (Fritz-Pearls-Institut), bis Mitte 2001 Mitarbeiterin im SOS-Mütterzentrum Salzgitter und Projektleiterin der dortigen Jugendwerkstatt; freiberufliche Bildungs- und Beratungsarbeit, Supervisionstätigkeit. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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