Inge Göbbel, Martin Kühn und Eckhard Thiel

Hilfeplanung auf dem Prüfstand. Erfahrungen aus dem Hilfeverbund SOS-Kinderdorf Worpswede

Beitrag aus SOS-Dialog 2000

Beschreibung

Mit dem Kinder- und Jugendhilfegesetz wurde eine neue Art des Denkens in die Kinder- und Jugendhilfe eingeführt, das mit ihm verbundene Selbstverständnis ist in der Praxis bislang nur selten anzutreffen. Zu wenige Eltern, Kinder und Jugendliche sind sich dessen bewusst, dass ihnen Hilfen zur Erziehung rechtlich zustehen. Nur wenige Eltern kämpfen daher bei familieninternen oder sozial bedingten Problemen um ihr Recht. Stattdessen sehen sich viele im Hilfeplanverfahren eher als Opfer denn als Anspruchsberechtigte. Nicht nur in den Augen vieler Betroffener ist es immer noch so, dass das Jugendamt ein Urteil über die Zukunft einer Familie fällt und die angesprochene Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung dieses Urteil in die Tat umsetzt. Ist der Hilfeplan also nichts weiter als ein Herrschaftsinstrument und die Einflussmöglichkeiten der Betroffenen sind gleich null?

Die Autoren schildern detailliert Anspruch und Anliegen sowie strukturelle Probleme bei der Hilfeplanung. Sie setzen sich engagiert dafür ein, immer wieder den Dialog mit allen Beteiligten zu suchen, damit Hilfeplanung als Mitbestimmungsinstrument und Verständigungsprozess genutzt werden kann.

Autoren

Inge Göbbel

Jahrgang 1949, Diplom-Pädagogin, seit 1989 Leiterin des SOS-Kinderdorfes Worpswede. Langjährige Tätigkeit in außerschulischer Jugend- und Erwachsenenbildung und in sonderpädagogischen Arbeitsfeldern. (Stand der Veröffentlichung 2000)

Martin Kühn

Jahrgang 1964, Diplom-Behindertenpädagoge, Zusatzausbildung in Systemischer Beratung und Therapie. Seit 1995 im SOS-Kinderdorf Worpswede tätig, zunächst als Pädagogischer Mitarbeiter, jetzt als Abteilungsleiter „Differenzierte Jugendhilfen“. Langjährige Tätigkeit in schulbegleitenden Maßnahmen, sonderpädagogischen Arbeitsbereichen sowie stationären Hilfen zur Erziehung. (Stand der Veröffentlichung 2000)

Eckhard Thiel

Jahrgang 1959, Diplompädagoge, Studium der Erziehungswissenschaften und Philosophie an der Universität Trier, Individualpsychologischer Berater (Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie) und Diplom-Musiktherapeut. Seit 1986 pädagogischer Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Worpswede und seit 2001 Bereichsleiter für den Bereich „Kinderdorffamilien“. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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