Gerd Mutz

Die neue Arbeits- und Bürgergesellschaft: Wie können sich Träger der Wohlfahrtspflege auf die anstehenden Veränderungen einstellen?

Beitrag aus SOS-Dialog 2000

Beschreibung

Komplementär zu der Flexibilisierung und Veränderung der Arbeitswelt haben Individualisierungsprozesse dazu geführt, dass Menschen von traditionellen Bindungen unabhängig geworden sind: Soziale und regionale Herkunft, geschlechtsspezifische und familiäre Rollen haben an Bedeutung verloren. Auch die Integration und soziale Absicherung über eine Erwerbstätigkeit ist nicht mehr selbstverständlich. Diese Entwicklungen haben zugleich starke Auswirkungen auf die Institutionen der Wohlfahrtspflege. Zu einer der stärksten Veränderungen seit den 1980er-Jahren zählt jedoch der Wertewandel von der „Ich-Generation“ zu einer „Wir-Generation“, die das gemeinschaftliche Handeln und das bürgerschaftliche Engagement stärker in den Vordergrund stellt.

Gerd Mutz beleuchtet kritisch die Wechselwirkung zwischen zunehmender Individualisierung und gestiegener Flexibilisierung der Arbeitswelt sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Er beschreibt neue Ansätze und Motive des bürgerschaftlichen Engagements und der Corporate Social Responsibility von Unternehmen. Für die Institutionen der Wohlfahrtspflege erwachsen aus diesen Veränderungen einerseits neue Aufgabenbereiche, andererseits aber auch Risiken hinsichtlich der Gewährleistung einer stetigen Leistungserbringung.

Autoren

PD Dr. Gerd Mutz

Jahrgang 1952, Ökonom und Soziologe; Direktor des Münchner Instituts für Sozialforschung (Munich Institute for Social Science, miss); war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“. Arbeitsschwerpunkte: Internationale Studien zur Zukunft der Arbeit, zu Corporate Responsibility, zu sozialen und kulturellen Lernprozessen sowie bürgerschaftlichem Engagement. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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