Werner Freigang

Wirkungsorientierte Evaluation in den Erziehungshilfen

Beitrag aus SOS-Dialog 2007

Beschreibung

Die Diskussion um Wirkungen und das problematische Finanzierungssystem in der Kinder- und Jugendhilfe hatte mit dem Begriff der “Neuen Steuerung“ einen weiteren Akzent erhalten: Der Einsatz öffentlicher Mittel sollte für Leistungsanbieter damit verbunden sein, möglichst effizient und vor allem messbar Wirkungen zu erzielen.

Sozialpädagogische Ziele und wirtschaftliche Interessen stimmen jedoch in den seltensten Fällen überein, gleicht doch die Vorstellung einer rein defizitorientierten Erziehungshilfe eher einem “Schnellreparaturservice“. Pädagogen wie Ökonomen haben sich in jüngster Zeit weitgehend übereinstimmend vom Konzept der “Neuen Steuerung“ verabschiedet, da Wirkungen nicht eindeutig bestimmten Hilfeleistungen zugeordnet werden können. Aber welche Alternativen bieten sich der Kinder- und Jugendhilfe nun, damit die wirkungsorientierte Steuerung nicht als Bedrohung verstanden werden muss?

Werner Freigang plädiert für das Konzept der Sozialraumorientierung und die Steuerung mittels Sozialraumbudgets. Er tritt zudem dafür ein, langfristige und kurzfristige Wirkungen gleichermaßen in die Evaluation einzubeziehen und die Unterschiedlichkeit der Ausgangslagen stärker bei der Bewertung zu berücksichtigen. Gemeinsame fachliche Standards könnten hinsichtlich der Evaluation mehr Klarheit in die Diskussion bringen und für größere Sicherheit in der Bewertung der Chancen und Risiken sorgen.

Autoren

Prof. Dr. rer. soc. Werner Freigang

Jahrgang 1954, seit 1992 Hochschullehrer für Pädagogik, Sozialpädagogik, Erziehungs- und Familien hilfen an der Hochschule Neubrandenburg, zuvor Leitender Mitarbeiter einer großen Jugendhilfeeinrichtung in Westfalen. (Stand der Veröffentlichung 2007)

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