Christian Lüders

Entgrenzt, individualisiert, verdichtet. Überlegungen zum Strukturwandel des Aufwachsens

Beitrag aus SOS-Dialog 2007

Beschreibung

In diesem Beitrag werden die Auswirkungen der zunehmenden Verdichtung und des “Sozialinvestitionsstaates“ geschildert. Die Institutionalisierung der Kindheit und die Verdichtung im Schulsystem führen zu stetig steigenden Erwartungen an Lerninhalte und einer wachsenden Bedeutung individueller Entscheidungen. Was bedeuten diese Entwicklungen für außerschulische Gestaltungsspielräume von Jugendlichen und welche “Entschleunigungsinseln“ sind in dieser Dynamik überhaupt noch vorstellbar?

Christian Lüders plädiert für eine Ergänzung der Individualisierungsthese um den Begriff der “Verdichtung“ als wesentliches Kennzeichen spätmoderner Gesellschaften. Er beschreibt, worin die strukturellen Veränderungen des Aufwachsens bestehen, und verdeutlicht die folgenschweren Implikationen der Idee der “Sozialinvestition“ für die Kinder- und Jugendhilfe. Lüders weist warnend darauf hin, dass eine gesetzliche Umsetzung des Prinzips "Fördern und Fordern“ in diesem Kontext immer auch bedeutet: ohne Erfüllung keine Förderung.

Autoren

Dr. phil. Christian Lüders

Jahrgang 1953, Leiter der Abteilung Jugend und Jugendhilfe am Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI) in München. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinder- und Jugendhilfe, Sozialpädagogik, Jugendforschung, Evaluation, Wissensgesellschaft, Wissenschaftsforschung. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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