Johannes Münder

Rechtliche Grundlagen der außerfamilialen Unterbringung von Geschwisterkindern in Deutschland

Beitrag aus SOS-Dialog 2012

Beschreibung

Die Kinder- und Jugendhilfe ist stark von gesetzlichen Grundlagen geprägt, insbesondere wenn sie im staatlichen Auftrag in die Autonomie der Familie eingreift. Auch Geschwisterkinder betreffende Sorgerechts- und Unterbringungsentscheidungen gehören mittlerweile sowohl vor den Familiengerichten als auch in den Jugendämtern zum Alltag. Inwieweit ist jedoch im rechtlichen Bereich eine Befassung mit der Thematik einer gemeinsamen beziehungsweise getrennten Unterbringung von Geschwistern erkennbar? Welche konkreten rechtlichen Regelungen gibt es diesbezüglich auf den verschiedenen juristischen Ebenen?

Zur Beantwortung dieser Fragen wurde eine Studie durchgeführt, bei der verfassungsrechtliche Grundlagen und jugendhilferechtliche Erkenntnisse – insbesondere familiengerichtliche Entscheidungen der letzten zwei Jahrzehnte – daraufhin untersucht wurden, welche Bedeutung dem Aspekt Geschwisterlichkeit im rechtlichen Bereich zukommt.

Johannes Münder stellt die aus dieser Untersuchung gewonnen Erkenntnisse vor. Am Beispiel von Gerichtsentscheidungen und entlang der aktuellen gesetzlichen Regelungen analysiert er mit Fokus auf Geschwister die Rechtsgrundlage der Unterbringung von Minderjährigen. Er zeigt auf, dass es auf allen rechtlichen Ebenen kaum eine Befassung mit der Situation von Geschwistern bei einer Fremdunterbringung gibt. Münder macht deutlich, dass eine stärkere rechtliche Fundierung nicht nur für die Fachkräfte hilfreich wäre, sondern auch den betroffenen Eltern die Orientierung erleichtern würde. Vor allem aber sei diese notwendig, um Kinder und Jugendliche umfassend über ihre Rechtsposition informieren zu können.

Autoren

Prof. Dr. jur. Johannes Münder

Jahrgang 1944, Jurist, nach Tätigkeiten am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (Universität Bielefeld) Stationen beim Bundesministerium für Arbeit, an der Fachhochschule Wiesbaden und an der Pädagogischen Hochschule Berlin; von 1980 bis 2010 Professor an der Technischen Universität Berlin, Lehrstuhl für Sozialrecht und Zivilrecht, seit 1.4.2011 emeritiert; Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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