Christian Schrapper

… und wer sind die besseren Eltern? Anmerkungen zur Zusammenarbeit professioneller Pädagoginnen und Pädagogen mit Herkunftseltern

Beschreibung

Ein Kernproblem in der Heimerziehung ist der implizit angelegte Loyalitätskonflikt, den fremduntergebrachte Kinder erleben. Ein verantwortlicher Umgang mit Bindungen von Kindern zu ihren Eltern ist jedoch nicht nur gesetzlich verankert, er ist auch von zentraler Bedeutung für die nachhaltige Wirkung von Hilfen zur Erziehung. Wie aber kann dem doppelten Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe – Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen und gleichzeitig deren Eltern bei den Aufgaben der Erziehung zu unterstützen – entsprochen werden?

Christian Schrapper macht die Gleichrangigkeit möglicher Arbeitsschritte für die Kinder- und Familienunterstützung deutlich und schildert die Schwierigkeiten bei dem Versuch, beide Strategien parallel und vor allem gleichwertig zu verfolgen. Engagiert setzt er sich dafür ein, die Rolle der Professionellen als "Expertinnen und Experten für andere“ in der Beziehung zu Herkunftseltern aufzugeben, um eine neue Qualität in der Unterstützung von Kindern und deren Familien möglich werden zu lassen.

An drei historischen Skizzen schildert der Autor vor diesem Hintergrund die klassischen Beziehungsmuster – öffentlicher Erzieher als Nebenbuhler, Missionar oder Aufseher –, auf deren Basis sich das gängige Repertoire an Handlungskonzepten im Umgang mit Angehörigen der "zu bessernden Kinder“ herausgebildet hat und die zum Teil bis heute fortbestehen. Es wird deutlich, mit welchem Erbe belastet wir bis heute über Elternarbeit nachdenken.

Autoren

Prof. Dr. phil. Christian Schrapper

Jahrgang 1952, Sozialarbeiter (grad.), Diplompädagoge, seit 1998 Professor für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität Koblenz-Landau in Koblenz. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte, Theorie und Methoden Sozialer Arbeit, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe. (Stand der Veröffentlichung 2013)

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