Nanina Sefzig

Herkunftseltern vor und während der Fremdunterbringung – zwei Fallbeispiele

Beschreibung

Anhand von zwei Fallbeispielen verdeutlicht Nanina Sefzig, dass die sich aus dem SGB VIII ergebende Verpflichtung öffentlicher und freier Träger zur Zusammenarbeit mit Herkunftseltern in der Praxis bei weitem nicht konsequent umgesetzt wird.

Die Autorin ist systemische Familientherapeutin, Mitglied im Vorstand des bundesweiten Vereins Netzwerk Herkunftseltern e.V. und selbst betroffene Mutter. In beiden dargestellten Fällen hat sie die Mütter, die um Unterstützung gebeten hatten, bei Gesprächen mit dem Jugendamt begleitet und im Hilfeprozess beraten. Detailliert schildert sie die Probleme bei der Zusammenarbeit von Fachkräften, Pflegefamilien und Herkunftseltern. Sie erzählt von ihren Bemühungen, den Müttern die Rollen, Aufgaben und Sichtweisen beziehungsweise Forderungen des Jugendamtes und Jugendhilfeträgers in eine Sprache zu "übersetzen“, die den Betroffenen verständlich ist, und umgekehrt den Fachkräften die Gedanken und Auffassungen der Mütter zu vermitteln.

An den sehr unterschiedlich verlaufenden Beispielen wird erkennbar, dass eine unabdingbare Voraussetzung für die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Herkunftseltern vor und während der Fremdunterbringung die umfassende Aufklärung der leiblichen Familie über deren Rechte, Pflichten und sämtliche Möglichkeiten der Hilfestellung ist. Von zentraler Bedeutung für eine gelungene Kooperation sind vor allem aber eine ressourcenorientierten Haltung seitens des Jugendamtes sowie die gegenseitige Offenheit und Akzeptanz aller Beteiligten.

Autoren

Nanina Sefzig

Jahrgang 1958, geschiedene Mutter von vier Kindern; die jüngste Tochter wurde 1985 nach der Geburt zur Adoption frei gegeben, seit drei Jahren guter Kontakt zwischen Mutter und Tochter. Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, Diplompädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung, Zusatzausbildung zur systemischen Familientherapeutin; tätig in der Erwachsenenbildung. Vorstandsfrau des bundesweiten Vereins „Netzwerk Herkunftseltern e.V.“ und Geschäftsführerin des Vereins in Nordrhein-Westfalen. (Stand der Veröffentlichung 2004)

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