Reinhard Wiesner

Herkunftseltern als Partner der Sozialen Dienste – zwischen Recht und Realität

Beschreibung

Mit dem umfassenden Perspektivenwechsel in der Kinder- und Jugendhilfe, der durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) seine normative Grundlage erhalten hat, änderte sich auch der Blick des Gesetzgebers auf das Eltern-Kind-Verhältnis. Das KJHG misst den Herkunftseltern – resultierend aus der in ihm formulierten fortbestehenden Elternverantwortung – folglich auch eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung von Pflegekindschaftsverhältnissen zu. Wie aber wirken sich die gesetzlichen Regelungen auf die Qualität des Pflegekinderwesens und auf die Lebenssituation von Eltern fremduntergebrachter Kinder aus? Wer beziehungsweise welche Instanz vertritt eigentlich die Interessen des Kindes? Und welcher Stellenwert kommt im Hilfeprozess der Elternarbeit zu?

Reinhard Wiesner untersucht die Auswirkungen der Regelungen des KJHG. Engagiert setzt er sich dafür ein, die Hilfe zur Erziehung als gemeinsam gestalteten, zielbezogenen Prozess wahrzunehmen. Dabei verdeutlicht er, welche Aspekte es für alle Beteiligten zu berücksichtigen gilt und beschreibt sehr detailliert das rechtliche Verständnis und die Zielperspektiven der Vollzeitpflege sowie die Bedeutung fachlicher Konzepte und organisatorischer Rahmenbedingungen. Ein besonderer Stellenwert kommt ihm zufolge der qualifizierten Elternarbeit zu, insbesondere wenn die Hilfen zur Erziehung nicht mehr allein am Kind als Symptomträger ansetzen wollen, sondern das gesamte Eltern-Kind-System im Blick haben möchten.

Autoren

Prof. Dr. jur. Dr. rer. soc. h. c. Reinhard Wiesner

Jahrgang 1945, Jurist, Ministerialrat, Leiter des Referates Kinder- und Jugendhilferecht im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Berlin/Bonn, Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin; Herausgeber eines Kommentars zum SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe – und Mitherausgeber des Zentralblattes für Jugendrecht; zahlreiche Veröffentlichungen zum Kinder- und Jugendhilferecht und zum Kindschaftsrecht. (Stand der Veröffentlichung 2005)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.