Luise Hartwig und Martina Kriener

Was hat „Gender“ mit Hilfeplanung zu tun? Perspektiven einer geschlechtergerechten Hilfeplanung

Beschreibung

Der Handlungsauftrag der Jugendhilfe, nämlich die gesellschaftliche Integration junger Menschen zu fördern, beinhaltet auch einen Handlungsauftrag für die Weiterentwicklung des Geschlechterverhältnisses hinsichtlich der gerechten Verteilung von Teilhabechancen in der Gesellschaft und individueller Gestaltungsmöglichkeiten.

Was hat "Gender" mit Hilfeplanung zu tun? Und inwiefern ist fachliches Wissen über geschlechterbezogene Lebens- und Problemlagen in der Wahrnehmung von Hilfebedarfen bedeutsam? Wie findet solches Wissen Eingang in Entscheidungsprozesse der Beteiligten? Welche geschlechtsdifferenzierten Aspekte sind für den kommunikativen Aushandlungsprozess zwischen Mädchen und Jungen, Müttern und Vätern sowie den Fachkräften relevant und fließt die Gender-Thematik in die konkrete Ausgestaltung von Hilfeprozessen und in Hilfearrangements tatsächlich mit ein?

Entlang dieser Fragen erläutern die Autorinnen die Perspektiven einer geschlechtergerechten Hilfeplanung. Dazu stellen sie Hilfeplanung zunächst in den Zusammenhang einer Jugendhilfe, die eine Gestaltungsfunktion für Geschlechtergerechtigkeit ernst nimmt. Daran anschließend geben sie eine Einschätzung hinsichtlich der Umsetzungpraxis. Zur weiteren Konkretisierung der Entwicklungsbedarfe und -ansätze für eine weiterführende Qualifizierung der Hilfeplanung stellen sie in einem dritten Schritt die Ergebnisse einer Befragung von Expertinnen und Experten zu diesem Thema vor und entwerfen realisierbare Qualifizierungsstrategien mit dem Fokus auf ein geschlechtergerechtes Hilfeplanverfahren.

Autoren

Prof. Dr. phil. Luise Hartwig

Jahrgang 1955, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen. Forschungsschwerpunkte: Jugendhilfe, Erziehungshilfe, häusliche Gewalt, Frauen- und Geschlechterforschung. (Stand der Veröffentlichung 2005)

Martina Kriener

Jahrgang 1960, Diplompädagogin, tätig im Referat Erzieherische Hilfen des Landesjugendamtes Westfalen-Lippe, zuvor wissenschaftliche Begleitung verschiedener Projekte zu Partizipation in der Erziehungshilfe, Aktive im Verein Kinder haben Rechte e.V., Mitautorin des „Rechteratgebers für Kinder und Jugendliche“ sowie des „Kinderrechtepositionspapieres“ der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen. (Stand der Veröffentlichung 2007)

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