Hans-Ullrich Krause und Reinhart Wolff

Erziehung und Hilfeplanung: Über den untauglichen Versuch, Erziehungsprozesse gedankenlos zu rationalisieren

Beschreibung

"Erfolgreiche Hilfe ist nicht planbar." So lautet die erste der – zum Teil bewusst provokant formulierten – Thesen von Hans-Ullrich Krause und Reinhart Wolff. Besitzen Hilfepläne also überhaupt eine Relevanz, wenn es darum geht, die erzieherische Praxis anzuleiten und zu orientieren? Oder laufen sie bloß auf eine bürokratische Selbstlegitimation hinaus, in dem Versuch, die Gewährung öffentlicher Jugendhilfemittel überlegt zu steuern und zu kontrollieren? Geht es also einzig um die Rationalisierung von Verwaltungsprozessen oder darum, Planungen in der pädagogischen Praxis erfolgreich umzusetzen?

Entlang dieser Fragen schildern die Autoren zentrale praxistheoretische Probleme, die in der bisherigen Hilfeplandiskussion weitgehend vernachlässigt werden. Sie warnen dabei entschieden vor den Gefahren einer zunehmenden Technokratisierung der Sozialarbeit und der instrumentellen Verkürzung erzieherischer Praxis, die die Ziele, die in der Hilfeplanung formuliert werden, zu hoch, zu abstrakt und zu allgemein werden lassen.

Anhand konkreter Beispiele verdeutlichen die Verfasser, wie sich diese Ziele im offenen Dialog zwischen allen Beteiligten reflexiv und kreativ gestalten, keinesfalls aber unabänderlich festlegen lassen. Sie plädieren entschieden für ein "Designing" des Prozesses, das heißt eine Entwurfspraxis in der Hilfeplanung. Dabei veranschaulichen sie die Möglichkeiten, die dieses als eine Gelegenheit zum gemeinsamen Nachdenken bietet, dessen Ergebnisse hingegen nicht von vornherein plan- und steuerbar sind.

Autoren

Dr. phil. Hans-Ullrich Krause

Jahrgang 1954, Diplompädagoge, Lehrbeauftragter, Buch- und Drehbuchautor; Leiter des Kinderhauses Berlin-Mark Brandenburg e.V., Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen und Vorstandsmitglied des Kronberger Kreises für Qualitätsentwicklung e.V. Arbeitsschwerpunkte: erzieherische Hilfen, Partizipation, Organisations- und Qualitätsentwicklung, Methoden der Sozialen Arbeit. (Stand der Veröffentlichung 2007)

Prof. Dr. Reinhart Wolff

Jahrgang 1939, Erziehungswissenschaftler und Soziologe, Hochschullehrer für Sozialarbeit und Sozialpädagogik an der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin, Privatdozent an der Freien Universität Berlin; Begründer des Kinderschutz-Zentrums Berlin und langjähriger Vorsitzender des deutschen Zweiges des Internationalen Sozialdienstes. Forschungsschwerpunkte: Kindesmisshandlung, Gewalt in der Familie, Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilfe, Hilfesystemforschung, Qualitätsentwicklung. (Stand der Veröffentlichung 2005)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.