Marion Moos und Heinz Müller

Hilfeplanung oder die Kunst, gemeinsame Lernprozesse zu gestalten

Beschreibung

Die Hilfeplanung ist zu einem zentralen Schlüsselprozess in der Jugendhilfe avanciert und vielerorts über Projekte und Fortbildungen sinnvoll weiterentwickelt worden. Mit ihr sollen angemessene Beteiligungs- und Aushandlungsformen ebenso realisiert wie situations- und lebensweltbezogene Diagnosekonzepte umgesetzt werden. Schutz- und Kontrollaspekte sollten dabei gleichermaßen im Blick behalten werden wie realisierbare Ziele, die sich – mit zumeist begrenzten Mitteln – überprüfbar umsetzen lassen sollen. Dazu sind kooperative Arbeitsbündnisse zwischen öffentlichen und freien Trägern ebenso notwendig wie angemessene und flexible Hilfen, die aus dem Planungsprozess heraus jeweils neu gestaltet werden müssen. Allein an diesen Anforderungen wird deutlich, dass die in die Hilfeplanung gesetzten Erwartungen und Anforderungen derartig hoch sind, dass sie zuweilen den Eindruck einer sozialpädagogischen Utopie erwecken.

Die Autoren zeigen anhand der Erfahrungen aus dem Modellprojekt "Hilfeplanung als Kontraktmanagement?", dass sich durchaus Gelingensfaktoren für eine gute Hilfeplanung festmachen und umsetzen lassen. Sie betonen insbesondere die zentrale Bedeutung der gemeinsamen Erarbeitung, Dokumentation und Weiterentwicklung eines Planungskonzeptes von öffentlichen und freien Trägern.

In einer ersten Zwischenbilanz ihrer Arbeit an dem Modellstandort (Jugendämter Alzey-Worms, Worms und Rhein-Hunsrück-Kreis sowie sechs Einrichtungen freier Träger) zeigen die Verfasser, dass die Qualifizierung von Hilfeplanung jedoch kein einmaliges, in sich abgeschlossenes Unternehmen sein kann, sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess ist, dessen Gelingen auf Lernen aus Erfahrung und auf systematische Selbstevaluation angewiesen ist.

Autoren

Marion Moos

Jahrgang 1975, Diplompädagogin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz. Arbeitsschwerpunkte: Kinder- und Jugendhilfe, Partizipation von Kindern und Jugendlichen, Organisations- und Qualitätsentwicklung. (Stand der Veröffentlichung 2005)

Heinz Müller

Jahrgang 1966, Diplompädagoge, Geschäftsführer im Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz. Arbeitsschwerpunkte: Kinder- und Jugendhilfe, interkulturelle Arbeit, Organisations- und Qualitätsentwicklung. (Stand der Veröffentlichung 2005)

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