Walter Weiterschan

Interkulturelle Aspekte im Hilfeplanverfahren

Beschreibung

In deutschen Großstädten leben durchschnittlich rund 16 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund, zum Teil liegt der Anteil sogar deutlich darüber. Es ist heute unumstritten, dass Migrantinnen und Migranten in ihrem Alltag gegenüber der deutschen Wohnbevölkerung tendenziell höheren Belastungen ausgesetzt sind. Ihre Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe – und damit auch die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder – sind zudem vielfach eingeschränkt. Diese Familien haben im Vergleich zu deutschen Familien einen gleich hohen oder höheren erzieherischen Bedarf, der eine Erziehungshilfe nahelegt.

In auffallend starkem Gegensatz dazu steht der niedrige Stellenwert von migrationsspezifischen Fragestellungen bei der Fortentwicklung des Hilfeplanverfahrens. So wird etwa in Fragestellungen zur Elternbeteiligung auf Migranteneltern nicht gesondert eingegangen. Vor diesem Hintergrund erweist sich das Hilfeplanverfahren als ein Beispiel dafür, dass in der Erziehungshilfe die Integration von Menschen mit Migrationserfahrung nicht hinreichend gefördert wird.

Auf Basis dieser Fakten erläutert Walter Weiterschan Schlüsselelemente interkultureller Hilfeplanung. Welche Kompetenzen interkulturellen Handelns und welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, um die Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund in der Hilfeplanung angemessen berücksichtigen und ihnen gerecht werden zu können? Welche strukturellen Änderungen sind dazu notwendig? Entlang dieser Fragen entwickelt der Autor konkrete Empfehlungen in Hinblick auf eine stärkere Einbindung migrationsspezifischer Aspekte in die Weiterentwicklung des Hilfeplanverfahrens und stellt anschließend zwei Stufen zur Standardbildung für eine interkulturelle Hilfeplanpraxis dar.

Autoren

Walter Weiterschan

Jahrgang 1942, Diplomsozialpädagoge (FH), Leiter der Migrationsdienste bei der Inneren Mission München – Diakonie in München und Oberbayern e.V. Arbeitsschwerpunkte: Migrationsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, Zuwanderung und Integration, Interkulturalität, Zuwanderungsgesetz, migrationsspezifische Aufgabenstellungen als Querschnittsthema zu sozialpolitischen und sozialpädagogischen Handlungsfeldern. (Stand der Veröffentlichung 2005)

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