Nicola Gragert und Mike Seckinger

Die Bedeutung der Resilienzforschung für die stationären Hilfen zur Erziehung

Beschreibung

Selbst unter den widrigsten Umständen des Aufwachsens gelingt es immer noch vielen Menschen, große Belastungen unbeschadet zu überstehen. Auch in der Kinder- und Jugendhilfe wird zunehmend diskutiert, warum diese Menschen mit belastenden Situationen gut zurechtkommen und welche Faktoren es genau sind, die sie schützen. In Zusammenhang mit der Bedeutung der Bindungstheorie für die frühkindliche Entwicklung findet dabei auch das Resilienzkonzept wachsende Beachtung, denn die Idee einer möglichen Förderung von Resilienz birgt immer auch die Hoffnung, durch ein geschicktes Zusammenspiel verschiedener Faktoren die gesunde Entwicklung von Kindern gezielt fördern zu können.

Aber können protektive Faktoren überhaupt gefördert werden, und wenn ja, was ist dazu erforderlich? Kann durch sozialpädagogisches Handeln ein Beitrag zur Erhöhung der Verfügbarkeit von Schutzfaktoren geleistet werden?

Nicola Gragert und Mike Seckinger erläutern zunächst das Resilienzkonzept und verdeutlichen – mit durchaus kritischem Blick auf die Resilienzdebatte – die Bedeutung der Resilienzforschung für die Kinder- und Jugendhilfe. Anhand der Persönlichkeitsmerkmale "Selbstwert", "Selbstwirksamkeit" und "Kontrollüberzeugung" beschreiben sie ausführlich die schützende Wirkung personaler Ressourcen. Entlang elf zentraler Leitfragen entwickeln sie anschließend einen umfassenden Katalog an Fragen, mit denen Fachkräfte ihr eigenes professionelles Handeln überprüfen können. Überzeugend legen die Verfasser dar, dass es im Alltag eine Reihe von Ansatzpunkten gibt, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen, und zeigen, wie das pädagogische Handeln auf der Basis des Resilienzkonzeptes reflektiert werden kann.

Autoren

Nicola Gragert

Jahrgang 1975, Diplompädagogin, freiberufliche Trainerin und Mediatorin, zuvor wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI), Abteilung Jugend und Jugendhilfe. Arbeitsschwerpunkte: Strukturen und Leistungen der offenen und freien Kinder- und Jugendhilfe, Aufgaben der Qualifikationsanforderungen an die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Zusammenarbeit mit Eltern, Methoden der empirischen Sozialforschung. (Stand der Veröffentlichung 2010)

Dr. phil. Mike Seckinger

Jahrgang 1965, Diplompsychologe, Leiter der Fachgruppe „Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe“ am Deutschen Jugendinstitut e.V., Abteilung Jugend und Jugendhilfe. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfeforschung, Partizipation, Gemeindepsychologie.

(Stand der Veröffentlichung 2013)

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