Alfred L. Lorenz und Karin Mummenthey

Die Kooperation von stationärer Erziehungshilfe und Psychiatrie – ein Werkstattbericht

Beschreibung

Die Berührungspunkte der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Hilfesystem Psychiatrie haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen, und stationäre Therapien für Kinder und Jugendliche erscheinen als Lösung für Probleme in den Familien. Die Jugendhilfe soll in vielen Fällen im Anschluss an diesen Aufenthalt mit geeigneten Hilfemaßnahmen eine langfristige Stabilisierung ermöglichen. In diesem Prozess treffen jedoch zwei unterschiedliche Hilfesysteme aufeinander, und häufig erscheinen den Beteiligten ihre Herangehensweisen als gegensätzlich und letztlich unvereinbar. Statt jedoch angesichts dieser vermeintlichen Unvereinbarkeit diese weiter hervorzuheben, sollte es vielmehr darum gehen, eventuelle Voreingenommenheiten zu revidieren und  Schnittstellen und Koverantwortungen zu identifizieren und mit Blick auf das Gelingen des Hilfeprozesses verstärkt zu nutzen.

Alfred L. Lorenz und Karin Mummenthey schildern diese Schnittstellen und die verschiedenen Arten, mit ihnen umzugehen. Als Protagonisten zweier unterschiedlicher Hilfesysteme sind sie davon überzeugt, dass eine echte Zusammenarbeit im Sinne der Klientinnen und Klienten nötig und durchaus möglich ist, solange das gemeinsame Ziel im Auge behalten wird.

Am Beispiel der Kooperationsformen zwischen den SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden und der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bremen zeigen sie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit, Synergien und Gemeinsamkeiten der beiden Systeme und erläutern detailliert, wie sich diese sowohl im Rahmen der konzeptionellen Entwicklung als auch im Einzelfall konkret umsetzen lassen. Präzise stellen die Autoren Ziele und Ergebnisse der Kooperation dar und erläutern anschaulich die vielfältigen Aspekte und Entwicklungsperspektiven, die ein gemeinsamer Ansatz birgt.

Autoren

Dr. phil. Alfred L. Lorenz

Jahrgang 1946, Diplompsychologe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut; langjährige Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, seit 2004 Leitender Psychologe der Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Bremen-Ost und zugleich der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Beratungsstelle im Gesundheitsamt Bremen. (Stand der Veröffentlichung 2007)

Karin Mummenthey

Jahrgang 1956, Diplompädagogin, Supervisorin und Organisationsberaterin (Systemische Gesellschaft), Ausbildung in Moderation und in Qualitätsmanagement; langjährige Mitarbeiterin einer SOS-Jugendwohngemeinschaft, von 1989 bis 1999 Referentin im Fachbereich Pädagogik der Geschäftsstelle des SOS-Kinderdorf e.V., seit 1999 Leiterin der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden. (Stand der Veröffentlichung 2007)

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