Wolfgang Sierwald und Hans-Georg Weigel

Wirksamkeit stationärer Hilfen überprüfen

Beschreibung

Die Diskussion um die Wirkungsorientierung bildet eine Gemengelage verschiedenster Interessen und Machtkonstellationen ab, denn mit der wirkungsorientierten Gestaltung von Hilfen zur Erziehung ist eine Reihe von Erwartungen und Befürchtungen verbunden: Befürworter erwarten eine qualitative Verbesserung der Angebote und größere Transparenz für die Adressatinnen und Adressaten sowie eine größere Effizienz der Hilfeverläufe. Kritiker hingegen befürchten, dass ein wirkungsorientierter Steuerungsansatz die ökonomische Seite zuungunsten der Fachlichkeit überbetont.

Unter besonders starkem Legitimationsdruck stehen vor diesem Hintergrund die stationären Hilfen, da sie im Vergleich zu anderen Hilfeformen die höchsten Kosten verursachen und am stärksten in das Leben von Kindern und ihren Familien eingreifen. Zugleich kann man häufig nur wenig über ihre konkreten Wirkungen aussagen. Auf welche Art und Weise lässt sich das Thema Wirkungsorientierung angesichts dieser Situation positiv für die erzieherischen Hilfen und insbesondere die stationären Formen nutzen?

Wolfgang Sierwald und Hans-Georg Weigel analysieren die stationären Hilfen als Wirkungsfeld und skizzieren grundlegende Anforderungen an eine Wirksamkeitsprüfung sowie zentrale Ansätze für Wirksamkeitsanalysen. Sie erläutern die Komplexität und die verschiedenen Ebenen dieser Thematik. Engagiert setzen sich die Autoren dafür ein, bei der Wirksamkeitsanalyse im Blick zu behalten, dass die stationäre Unterbringung einen pädagogisch gestalteten Lern- und Lebensort darstellt, der immer in ein vielfältiges Beziehungssystem eingebunden ist und im Kontext einer komplexen, systemisch eingebundenen Entwicklungsdynamik steht.

Autoren

Dr. phil. Wolfgang Sierwald

Jahrgang 1958, Psychologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V., zuvor tätig in Lehre und familienpsychologischer und pädagogisch-psychologischer Forschung. Arbeitsschwerpunkte: Praxisforschung in der Kinder- und Jugendhilfe und interne Datenanalysen, Forschungsprojekte im Bereich Kinderdorffamilien, zur Beteiligung im Heimalltag und zur Hilfeplanung in der Kinder- und Jugendhilfe sowie Mitarbeit an der internationalen Katamnesestudie „Tracking Footprints“. (Stand der Veröffentlichung 2008)

Hans-Georg Weigel

Jahrgang 1950, Diplompädagoge, Direktor des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt am Main. Arbeitsschwerpunkte: Beratung und Begleitung Sozialer Dienste, Europäische Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaatliche Entwicklung. (Stand der Veröffentlichung 2007)

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