Rüdiger Ernst

Familiengerichtliche Maßnahmen zur Abwendung drohender Kindeswohlgefährdungen und ihre Auswirkungen auf die Praxis

Beschreibung

Das Grundgesetz legt fest, dass die Erziehung der Kinder das Primat der Eltern ist. Dieses Grundrecht ist pflichtgebunden und wird als treuhänderisches Recht, also als Recht im Interesse des Kindes, eingeräumt. Der Staat hat in diesem Zusammenhang einen Schutzauftrag und ein Wächteramt inne, demzufolge er verpflichtet ist, einzugreifen, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder die Kinder zu verwahrlosen drohen. Verfassungsrechtliche Vorgaben verpflichten dann das Jugendamt und das Familiengericht, im Rahmen eines Kindesschutzverfahrens tätig zu werden.

Aus welchem Grund aber warten Jugendämter bisweilen zu lange ab, bevor sie das Familiengericht anrufen? Und welche präzisen Definitionen für den Begriff der Kindeswohlgefährdung gibt es? Wie sehen die rechtlichen Voraussetzungen für ein Tätigwerden des Familiengerichtes aus?

Familienrichter Rüdiger Ernst schildert die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen zur Abwendung von Kindeswohlgefährdungen sowie die dafür notwendigen Maßnahmen und Möglichkeiten. Umfassend erläutert er dazu Einzelheiten des Verfahrens vor dem Familiengericht und deren konkrete Handhabung. Der Autor plädiert entschieden dafür, dass diese Verfahrensweisen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendämter und freien Träger bekannt sein sollten, damit diese kompetent und zum Nutzen der Kinder agieren können.

Autoren

Prof. Dr. jur. Rüdiger Ernst

Jahrgang 1964, Richter am Amtsgericht, seit 2000 als Familienrichter tätig; Professor an der Evangelischen Fachhochschule Berlin – Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht sowie Kinder- und Jugendhilferecht. Arbeitsschwerpunkte: Familienrecht, Familienverfahrensrecht, Zusammenarbeit der Professionen im Familienkonflikt. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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