Christian Lüders

Kinderschutz – eine Aufgabe für Experten oder für alle Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe?

Beschreibung

Besteht ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, müssen Fachkräfte an die Eltern herantreten und gegebenenfalls die Verantwortung für den Fall in die Hände des Jugendamtes geben. Verdachtskonstellationen sind besonders belastend, wenn es sich um Familien handelt, mit denen über längere Zeit ein Vertrauensverhältnis und ein tragfähiges Arbeitsbündnis aufgebaut wurde, denn die fallführende Fachkraft gerät dann in eine ambivalente Rolle zwischen Hilfe und Kontrolle. Das Gesetz fordert im Gefährdungsfall die Hinzuziehung einer sogenannten "insoweit erfahrenen Fachkraft“, wobei sich diesbezüglich in der Praxis zwei sehr unterschiedliche Grundmodelle herauskristallisiert haben: In dem einen wird auf Spezialisierung in Form von einzelnen Personen oder spezialisierten Diensten gesetzt. Das Gegenteil wird im Rahmen des anderen Modells angestrebt, in welchem alle Angehörigen einer Einrichtung für den Kinderschutz zuständig sind und im Vorfeld entsprechend qualifiziert werden müssen.

Wie aber können Fachkräfte das Zusammenspiel zwischen den beiden Modellen organisieren? Wodurch könnten die Rahmenbedingungen für den Kinderschutz verbessert und die Verfahren und Fachstandards weiterentwickelt werden? Und welche Unterstützung ist erforderlich, um auch dann noch respektvoll an Eltern herantreten zu können, wenn diese ihre Kinder misshandeln oder verwahrlosen lassen? Entlang dieser Fragestellungen stellt Christian Lüders zusammenfassend die Beiträge der Arbeitsgruppe "Kinderschutz – eine Aufgabe für Experten oder für alle Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe?“ vor.

Autoren

Dr. phil. Christian Lüders

Jahrgang 1953, Leiter der Abteilung Jugend und Jugendhilfe am Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI) in München. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinder- und Jugendhilfe, Sozialpädagogik, Jugendforschung, Evaluation, Wissensgesellschaft, Wissenschaftsforschung. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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