Günther Opp

Wohlbefinden steigern, Entwicklungs- und Erfahrungsräume öffnen, Verantwortungsübernahme ermöglichen

Beschreibung

Es ist hinlänglich bekannt, dass das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen wesentlich von den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen und ihren Lebensverhältnissen abhängt, und der Begriff des "Wohlbefindens“ hat in neueren Diskussionen um den Kinder- und Jugendschutz zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Studien weisen entsprechend auf die Risiken für die psychosoziale Entwicklung von Kindern hin, die ihren Ausgang in chronischer Armut nehmen und weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen.

Günther Opp erläutert in diesem Kontext das Konzept der "Resilienz“, in dem signifikante kindliche Entwicklungsrisiken positiven Entwicklungsergebnissen gegenübergestellt werden. Verlässliche Freundschaften und die Akzeptanz Gleichaltriger erweisen sich in diesem Zusammenhang als wesentliche Elemente subjektiven Wohlbefindens, und eine besondere Rolle kommt dabei vor allem der Peergroup zu. Anhand eines Praxisbeispiels beschreibt der Autor das Konzept "Positive Peerkultur“, das in Hallenser Schulprojekten umgesetzt wird. Dort sprechen Jugendliche einmal in der Woche unter Anleitung von zwei Moderatoren über das, was sie beschäftigt. Dieser pädagogische Stärkenansatz beruht – in Anlehnung an die "positive Pädagogik“ – auf dem Vertrauen in die Fähigkeiten der Jugendlichen, ihre Probleme lösen zu können. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen machen dabei die Erfahrung, Schwierigkeiten zu bewältigen, sich und anderen zu helfen, zu einer Gruppe zu gehören und dabei Autonomie im Sinne von Verantwortungsübernahme für sich und andere entwickeln zu können.

Autoren

Prof. Dr. phil. Günther Opp

Jahrgang 1953, Sonderschullehrer; seit 1994 Professor für Verhaltensgestörtenpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Arbeitsschwerpunkte: Schulische Erziehungshilfe, Resilienz und Positive Peerkultur. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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