Manuela du Bois-Reymond

Erwachsenwerden bedeutet Lernen

Beschreibung

Erwachsenwerden bedeutet für Jugendliche heute, dass sie zu lernen haben wie auch die Generationen vor ihnen, dass sie darüber hinaus aber mehr, länger und an vielen verschiedenen Orten lernen. Die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte haben zweifelsohne eine Vielzahl an neuen Lernchancen mit sich gebracht, zugleich aber auch neue Gefährdungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das bedeutet: Wenn Bildung und die Fähigkeit, in vielfältigen Kontexten zu lernen, für die Lebenschancen immer mehr an Bedeutung gewinnen, so nehmen andererseits auch die Risiken für diejenigen zu, die diesen neuen Anforderungen nicht gewachsen sind oder denen es durch ihre Lebensumstände versagt ist, ihr Lernpotenzial gut zu nutzen. Diese jungen Menschen bilden heutzutage neue Risikogruppen, um die sich insbesondere auch die Kinder- und Jugendhilfe zu kümmern hat.

Manuela du Bois-Reymond vermittelt einen Überblick über die veränderten Bedingungen des Lernens und erläutert die definitorischen Unterschiede und inhaltlichen Schnittmengen von nonformalem und lebenslangem Lernen. Auf dieser Basis untersucht sie anschließend die Bedeutung von außerschulischen Kontexten und der biografischen Relevanz des Gelernten für Lernprozesse.

Welche konkreten Faktoren sind es, die aus lernfrustierten Jugendlichen wieder oder erstmals produktive Lernende werden lassen? Und welche Rolle spielen dabei Partizipation, intrinsische Motivation und biografisch relevantes Lernen? Entlang dieser Fragestellungen beschreibt die Verfasserin das europäische Forschungsprojekt YOYO („Youth Policy and Participation: Potentials of Participation and Informal Learning for Young People’s Transitions to the Labour Market"), in welchem die Voraussetzungen für produktives Lernen erforscht werden.

Autoren

Manuela du Bois-Reymond

Jahrgang 1940, emeritierte Professorin für Pädagogik und Jugendsoziologie, Universität Leiden/Niederlande. Arbeitsschwerpunkte: Jugendforschung im europäischen Vergleich mit Schwerpunkt Übergangsforschung und neue Lernformen.

(Stand der Veröffentlichung 2011)

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