Dirk Nüsken

Helfen Hilfen für junge Volljährige? Bewertungen aus Nutzersicht

Beschreibung

Im Gegensatz zu jungen Menschen, die die Entwicklungsphase der Verselbstständigung in einer Familie erleben, sind junge Erwachsene, bei denen diese Phase im Rahmen von Hilfen zur Erziehung stattfindet, deutlich anderen Bedingungen ausgesetzt. Und ihre soziale und materielle Lösung aus einer Einrichtung findet nicht nur früher statt, sie verläuft auch wesentlich schneller und ist auf Endgültigkeit angelegt.

Betrachtet man die kostenbedingten Einschränkungen der Hilfen für junge Volljährige, so stellt sich in der politischen Bewertung die Frage, was durch diese Hilfen erzielt werden kann und wird. Hier setzt Dirk Nüsken mit seiner Analyse an, in der er Ergebnisse aus einer Nutzerbefragung im Rahmen des Projektes „18plus" untersucht. In der Erhebung wurde anhand von 21 Interviews gezielt der Frage nachgegangen, wie Hilfeangebote rückblickend von jungen Erwachsenen erlebt werden und welche Ursachen sich aus Nutzersicht für das Gelingen oder Scheitern aufzeigen lassen.

Welche Entwicklungen und erreichten Ziele bringen die Befragten retrospektiv mit der Zeit in den Hilfen in Verbindung und welchen Beitrag daran schreiben sie konkret der Jugendhilfe zu? Inwieweit und wodurch konnten sie Selbstständigkeit erlangen? Und welche Veränderungsbedarfe lassen sich formulieren? Das sind Fragen, denen der Autor bei der Auswertung der Interviews nachgeht.

Die Gesprächsergebnisse zeigen, dass ein Großteil der Befragten Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen einer selbstständigen Lebensführung ursächlich mit Leistungen der Jugendhilfe in Verbindung bringt und die Zeit in den Hilfen für junge Volljährige rückblickend als intensive Lern- und Entwicklungsphasen betrachtet.

Autoren

Prof. Dr. Dirk Nüsken

Jahrgang 1970, Professor für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-West- falen-Lippe in Bochum. Arbeitsschwerpunkte: Kinder- und Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung, Kinderschutz und Frühe Hilfen, Evaluation, Praxisforschung und Praxisentwicklung.

(Stand der Veröffentlichung 2011)

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