Wolfgang Schröer

Sich an der Lebenslage Jugend orientieren! Ein Aufruf an die Kinder- und Jugendhilfe, die Entgrenzung von Jugend wahrzunehmen

Beschreibung

Junge Menschen erleben heute, wie neue Anforderungen, Zumutungen und abstrakte Erwartungen aus dem Bildungs- und Erwerbssystem an sie herangetragen werden. Die Jugendphase ist dabei gekennzeichnet durch Formen des Verlustes und gleichzeitig der Verlängerung von Jugend, nicht zuletzt aufgrund intensiverer und ausgedehnter Bildungszeiten. Eine biografische Absicherung ist heutzutage hingegen kaum mehr gewährleistet, und Qualifikationen wie Lebensperspektiven können viele junge Menschen, anders als vorangegangene Generationen, erst lange nach der Jugendzeit in ihrer eigenen sozialen und biografischen Bilanz zusammenbringen. Wolfgang Schröer richtet an die Kinder- und Jugendhilfe die Frage, welche Ressourcen den Jugendlichen zur Bewältigung dieser veränderten Rahmenbedingungen und Prozesse zur Verfügung stehen. Wie können sie unterstützt werden in einer Lebenslage, deren wesentliche Merkmale Offenheit und Ungewissheit sind?

Der Verfasser verdeutlicht, warum es der Kinder- und Jugendhilfe gegenwärtig schwerfällt, sich mit den Veränderungen der Lebenslage Jugend auseinanderzusetzen. Er skizziert die im Kontext von Jugend heutzutage entstehenden Paradoxien und Brüche. Dabei betont er, dass es der Kinder- und Jugendhilfe angesichts dieser "Entgrenzung von Jugend", der sozialen Segmentierung und einer voranschreitenden sozialen Spaltung unzweifelhaft darum gehen muss, sich wieder stärker in die Jugend- und sozialpolitische Diskussion einzumischen.

Nachdrücklich appelliert er an die Jugend(hilfe)politik, sich aus der Orientierung an den institutionalisierten Bildungsverläufen zu lösen und die alltäglichen Bewältigungsprozesse Jugendlicher und junger Erwachsener verstärkt in den Blick zu nehmen.

Autoren

Prof. Dr. phil. Wolfgang Schröer

Jahrgang 1967, Diplompädagoge, Hochschullehrer für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Geschichte der Sozialpädagogik und Sozialpolitik, Kinder- und Jugendhilfe, Transnationale soziale Unterstützung.

(Stand der Veröffentlichung 2011)

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