Wolfgang Trede

Praxissicht eines öffentlichen Jugendhilfeträgers

Beschreibung

Bietet die Jugendhilfe die richtigen Hilfeangebote für junge Menschen im Übergang von der Familie in die Selbstständigkeit, zwischen Schule, Ausbildung und Beruf? Gelingt es, das sozialrechtliche Bermudadreieck zwischen den in den verschiedenen Sozialgesetzbüchern verankerten Ansprüchen auf Arbeitsförderung, Kinder- und Jugendhilfe und Sozialhilfe zu überwinden? Und ist es angesichts der Verringerung der finanziellen Mittel für Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit und einer gesellschaftspolitischen Fokussierung auf die Frühen Hilfen und effektiven Kinderschutz angebracht, von Jugendlichen und jungen Volljährigen als einer "Randgruppe" zu sprechen?

Entlang dieser Fragen erläutert Wolfgang Trede, Leiter des Jugendamtes und der beruflichen Schulen, die aktuelle Situation im Landkreis Böblingen aus der Praxisperspektive. An zwei Fallbeispielen veranschaulicht er, wie auch noch bei älteren Jugendlichen erheblicher Hilfebedarf entstehen kann und wie wichtig es ist, gerade im Übergang zum Erwachsensein gut unterstützt zu werden. Daran anknüpfend formuliert der Verfasser die sich vor diesem Hintergrund ergebenden konzeptionellen und praktischen Anforderungen für eine gelingende lokale Jugend- und Jugendhilfepolitik.

Der Autor kommt zu dem Ergebnis: Jugendhilfe für Jugendliche und junge Erwachsene erfordert weitaus mehr als die klassischen Einzelfallhilfen. Um Jugendliche und junge Volljährige nicht zu einer Randgruppe in der Jugendhilfe werden zu lassen, sind eine kontinuitätssichernde Hilfeplanung und Begleitung, auch über das einundzwanzigste Lebensjahr hinaus, gute Netzwerkstrukturen und Kooperationen sowie eine fachlich-konzeptionelle Weiterentwicklung der Volljährigenhilfe unerlässlich.

Autoren

Wolfgang Trede

Jahrgang 1956, Diplompädagoge, Leiter des Amtes für Jugend und Bildung des Landkreises Böblingen. Arbeitsschwerpunkte: Frühe Hilfen und Kinderschutz, Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe (Wirkungsorientierung), regionales Übergangsmanagement sowie kommunale Bildungslandschaften.

(Stand der Veröffentlichung 2011)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.