Jan Düker und Thomas Ley

Verwirklichungschancen junger Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf − eine Frage der Gerechtigkeit?

Beschreibung

Der Übergang von der Schule in die Ausbildung und das Berufsleben ist seit Jahrzehnten Anlass für politische Debatten und Entscheidungen, die zu zahlreichen (selten aufeinander abgestimmten) schul-, bildungs-, sozial- und arbeitsmarktpolitischen Ansätzen geführt haben. Betrachtet man diese genauer, so wird nach wie vor ein Gerechtigkeitsdefizit erkennbar, das den Übergangssektor trotz aller institutionellen und pädagogischen Bemühungen erst legitimiert und seine Arbeit strukturell begleitet. Hier werden auch soziale Ungleichheiten reproduziert, insbesondere im Hinblick auf die Kategorien Klasse, Migration, Behinderung und Geschlecht.

Im Rahmen des EU-Forschungsprojektes "WorkAble – Making Capabilities Work" wurden Handlungsbefähigungen und Verwirklichungschancen junger Menschen in zehn europäischen Ländern unter dem Aspekt ihrer Selbstentfaltungsmöglichkeiten auf den Arbeitsmärkten untersucht. Jan Düker und Thomas Ley, beide Mitarbeiter im Forschungsprojekt, stellen in ihrem Beitrag Bedingungen eines "guten" Überganges dar. Eine "Capability for Voice" (Befähigung zur Mitbestimmung) sollte es den Jugendlichen erlauben, einer gegebenen Entscheidung zustimmen, diese verhandeln oder auch ablehnen zu können. Denn ohne diese Voraussetzung würden sie zur Loyalität im Sinne einer unterwürfigen Anpassung genötigt. Im Konzept einer "Capability for Work" geht es um die Selbstentfaltungsmöglichkeiten der Jugendlichen (und ihre soziale Bedingtheit) in Bezug auf Ausbildung und Arbeit. Welche Wege sich jungen Menschen bieten, hängt zum einen von der Struktur des lokalen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes ab, zum anderen aber auch von der institutionalisierten Beschneidung von Möglichkeiten. Für die Autoren wäre es an der Zeit, über eine staatlich garantierte Ausbildungsgarantie zu diskutieren.

Autoren

Jan Düker

Jahrgang 1979, Diplompädagoge, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe 8 Soziale Arbeit der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld sowie bis September 2012 im EU-Forschungsprojekt „WorkAble – Making Capabilities Work“ am Bielefeld Center for Education and Capability Research. Arbeitsschwerpunkte: Kinder- und Jugendhilfe, Jugendberufshilfe, Capability-Approach, Entfremdungstheorie, Jugendhilfe als moralische Regulation.

(Stand der Veröffentlichung 2013)

Thomas Ley

Jahrgang 1979, Diplomsozialpädagoge, wissenschaftlicher Mitarbeiter im EU-Forschungsprojekt „SocIEtY. Social Innovation – Empowering the Young for the Common Good“ und bis Dezember 2012 im EU-Forschungsprojekt „WorkAble – Making Capabilities Work“ an der Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Bielefeld Center for Education and Capability Research. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfeforschung, Organisations- und Professionstheorien Sozialer Arbeit, Informationstechnologien in der Sozialen Arbeit, Methoden qualitativer Sozialforschung.

(Stand der Veröffentlichung 2013)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.