Kristin Teuber und Wolfgang Sierwald

Beteiligung während einer stationären Unterbringung – Ressourcen und Belastungen aus der Sicht von Jugendlichen und ihren Betreuern

Beschreibung

Die Autoren stellen Aufbau und Ergebnisse der Fragebögen zu der Tagung "Beteiligung ernst nehmen" vor. An ihnen lässt sich zunächst ablesen, welche Wünsche und Vorstellungen die Jugendlichen hinsichtlich der Mitgestaltung ihrer Lebensbedingungen äußern. In einem zweiten Schritt wird untersucht, ob aus der Perspektive der Fachkräfte die von ihnen skizzierten Beteiligungsformen und das Beteiligungsklima der Einrichtung übereinstimmen mit den Vorstellungen, die sie als Betreuerinnen und Betreuer haben.

Ausblickend kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Beteiligung sich nicht auf einzelne formale Maßnahmen beschränken darf. Wichtig sind dabei eine pädagogische Zusammenstellung von Beteiligungsformen, klare Regeln und Rahmenbedingungen und die Aushandlung im Konfliktfall. Der Wille, Kinder für voll zu nehmen, ihnen etwas zuzutrauen und sie ihr Leben selbst gestalten zu lassen, muss als Grundhaltung von allen Beteiligten gelebt und für alle Beteiligten wirksam werden. Dazu ist jedoch auch die Unterstützung im Umfeld, so beispielsweise in den Hilfeplanprozessen vor Beginn der Erziehungshilfe, notwendig.

Autoren

Dr. phil. Kristin Teuber

Diplompsychologin; seit 2015 Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V., langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin im SPI in den Bereichen Praxisforschung und Fachöffentlichkeitsarbeit. Arbeitsschwerpunkte: Ressourcenunterstützende Handlungsansätze in der Jugendhilfe, Forschung im Bereich der stationären Hilfen zur Erziehung, Entwicklungsprozesse im Jugend- und frühen Erwachsenenalter, Leaving Care, familiale Betreuungsformen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Dr. phil. Wolfgang Sierwald

Jahrgang 1958, Psychologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V., zuvor tätig in Lehre und familienpsychologischer und pädagogisch-psychologischer Forschung. Arbeitsschwerpunkte: Praxisforschung in der Kinder- und Jugendhilfe und interne Datenanalysen, Forschungsprojekte im Bereich Kinderdorffamilien, zur Beteiligung im Heimalltag und zur Hilfeplanung in der Kinder- und Jugendhilfe sowie Mitarbeit an der internationalen Katamnesestudie „Tracking Footprints“. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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