Kathrin Taube

Von der Elternarbeit zur systemischen Familienarbeit in der Heimerziehung

Beschreibung

Elternarbeit konzentriert sich darauf, die Mütter und Väter in die Aktivitäten der Einrichtungen zu integrieren und sie stärker in die Erziehungsbelange einzubeziehen. Da sich im Sinne einer Rückführung jedoch in der Regel alle Familienmitglieder und die familiäre Beziehungsdynamik verändern müssen, muss letztlich systemisch, also mit der gesamten Familie therapeutisch gearbeitet werden.

Kathrin Taube vermittelt einen umfassenden Überblick über die theoretischen Grundannahmen der Familienarbeit und -therapie sowie die verschiedenen Konzepte der Eltern- und Familienarbeit. Sie schildert den Wechsel von der individuumorientierten Heimerziehung zur eltern- und familienorientierten Arbeit und beschreibt gängige Probleme und Hindernisse, wie etwa die Konkurrenz zwischen Elternhaus und Heim oder die häufig schwierige Motivierung des Herkunftssystems zur Mitarbeit. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Einrichtungen verdeutlicht die Autorin, dass trotz fehlender allgemeinverbindlicher Handlungsanweisungen viele Heime bereits dazu übergegangen sind, Eltern- und Familienarbeit zu einem integralen Bestandteil ihrer Arbeit zu machen. Am Beispiel der systemischen Familienarbeit in Haus Leuchtturm, einer heilpädagogischen Kinderwohngruppe mit Sozialtherapie, wird abschließend ein zukunftsweisender Ansatz zur Elternarbeit vorgestellt, bei dem es gelingt, den Eltern die Erziehungsverantwortung weitgehend zu lassen.

Autoren

Kathrin Taube

Jahrgang 1964, Diplomsozialpädagogin (FH); arbeitet seit sechs Jahren im Allgemeinen Sozialdienst der Stadt München. Vormals tätig in der offenen Arbeit mit Kindern und im Heimbereich mit Menschen mit geistiger Behinderung. Arbeitsschwerpunkte: Familienarbeit und Armut in Familien. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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