Kathrin Taube und Gabriele Vierzigmann

Zur Rückführung fremduntergebrachter Kinder in ihre Herkunftsfamilien

Beschreibung

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz verpflichtet seit 1991 stationäre Einrichtungen und Jugendämter zur Elternarbeit und zur Bemühung um Rückführung der Kinder, es spiegelt damit die Wende von einer familienersetzenden zu einer familienorientierten und -ergänzenden Heimpädagogik wider.

Die Autorinnen beschreiben den Arbeitsansatz von Haus Leuchtturm, einer heilpädagogischen Kinderwohngruppe mit Sozialtherapie. Voraussetzung für die Aufnahme in diese Einrichtung ist es, dass die gesamte Familie zu einer intensiven Zusammenarbeit während der Zeit der Unterbringung des Kindes bereit ist. Hierfür wurde ein Konzept erarbeitet, das Hilfen für Familie und Kind aus einer Hand anbietet und von einer Verschränkung der pädagogischen und beratenden beziehungsweise therapeutischen Arbeit gekennzeichnet ist.

Nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe“ versucht das Team von Haus Leuchtturm, in einem von vornherein auf zwei Jahre festgelegten, kontinuierlichen therapeutisch-pädagogischen Prozess der Lotse zu sein an Bord der Boote und Schiffe, als die man sich die Familien vorstellen kann. Im Vordergrund steht dabei die Idee, mit den Bindungen des Kindes an seine Eltern zu arbeiten, und nicht, sie zu untergraben. Dieser Ansatz erfordert ein hohes Maß an Mitarbeit und Motivation, bietet aber für die Familien, die dazu bereit sind, eine echte Alternative zur herkömmlichen Fremdunterbringung.

Autoren

Kathrin Taube

Jahrgang 1964, Diplomsozialpädagogin (FH); arbeitet seit sechs Jahren im Allgemeinen Sozialdienst der Stadt München. Vormals tätig in der offenen Arbeit mit Kindern und im Heimbereich mit Menschen mit geistiger Behinderung. Arbeitsschwerpunkte: Familienarbeit und Armut in Familien. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Dr. phil. Gabriele Vierzigmann

Jahrgang 1958, Diplompsychologin; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V.; verantwortlich für den Aufgabenschwerpunkt Fachpublikationen; langjährig tätig in der Familienforschung und Familienberatung. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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