Kinderschutz geht alle an!

Grundsatzpapier zum Kinderschutz des SOS-Kinderdorf e.V. Deutschland

Beschreibung

Die strategischen Aussagen des Grundsatzpapiers erweitern die Definition des Kinderschutzes: Kinderschutz heißt Gefährdungsprophylaxe und Prävention von Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung, zudem Einhaltung der internationalen Kinderrechte sowie die Durchführung einer Pädagogik, die dem Kindeswohl am besten entspricht. Kinderschutz bezieht sich dabei sowohl auf die Herkunftsfamilien, als auch selbstreflexiv auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen.

Grundlage für den Kinderschutz im SOS-Kinderdorfverein

Das 11-seitige Papier definiert zunächst die Begriffe Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung, um ein vereinsweites einheitliches Verständnis darüber herzustellen, was den Schutz der Kinder und Jugendlichen ausmachen soll. Es benennt im Folgenden bestehende Aktivitäten, wie sozialpolitisches Engagement oder Personalentwicklungsmaßnahmen sowie institutionelle Bedingungen, von der gelebten Pädagogik bis hin zu baulichen Maßnahmen in den Einrichtungen, und stellt damit wichtige Rahmenparameter für den Kinderschutz vor. Am Ende zeichnet das Grundsatzpapier den weiteren Weg für die Fortentwicklung und nachhaltige Verankerung des Kinderschutzgedanken im Verein. All diese Aspekte sollen im nächsten Schritt in einer Leitlinie münden, die der praktischen Umsetzung der Grundsatzidee dient.

Vom Initialgedanken zur vereinsweiten Kultur

Die Dachorganisation SOS-Kinderdorf International lancierte vor vier Jahren das internationale Child Protection Project. Auf Grundlage der Kinderschutzrichtlinien von SOS-Kinderdorf International wurde im deutschen Verein eine Arbeitsgruppe beauftragt, die entsprechenden Aktivitäten in den einzelnen Einrichtungen zu systematisieren, eine Kinderschutzpolicy zu formulieren und die neu geschaffenen Grundsätze nachhaltig in die SOS-Praxis zu implementieren. Mit Schulungen, Workshops sowie über das pädagogische Controlling sollen die Einrichtungen im ersten Schritt zur verstärkten und bewussten Umsetzung des Kinderschutzes gewonnen und verpflichtet werden. Dies kann bis hin zur Schaffung von personellen Ressourcen führen, wie zum Beispiel Kinderschutzbeauftragte oder Beschwerdemanager in jeder SOS-Einrichtung. Doch an dieser Stelle darf die Arbeit nicht aufhören. „All diese Aktivitäten, wie Grundsatzpapier oder Workshops dienen dazu, den Kinderschutz im Verein zu fördern und eine entsprechende Kultur in der gesamten Mitarbeiterschaft zu schaffen“, erklärt Wolfram Schneider-Arnoldi, Einrichtungsreferent mit dem fachlichen Schwerpunkt Kinderrechte und Beteiligung.


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