Jugendämter zwischen Hilfe und Kontrolle

Autorenband 5 der SPI-Schriftenreihe

ISSN: 1435-3016
               
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Beschreibung

Immer öfter stehen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor Gericht und müssen sich gegen den Vorwurf verteidigen, sie hätten nicht zum Wohl und zum Schutz des Kindes gehandelt, hätten Missstände übersehen und sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht. Eine heftige Debatte über das Verständnis von Hilfe und Kontrolle und über die strafrechtliche Haftung ist entbrannt. Es ist ein Punkt erreicht, an dem das Gleichgewicht zwischen kontrollierendem und unterstützendem Handeln neu justiert werden muss. Besonders die Jugendämter sind davon aufgrund ihres doppelten Mandates betroffen. Sie stehen unter dem Druck, sich modernisieren zu sollen sowie effektiv und effizient, dienstleistungs- und fallorientiert arbeiten zu müssen. Dabei sehen sie sich mit einer ansteigenden Anzahl junger Menschen konfrontiert, die erzieherische Hilfen in schwierigen persönlichen oder familiären Situationen benötigen. Was den Kinderschutz und die Gefährdung des Kindeswohls angeht, operieren sie zudem in einem Feld der unklaren Rechtsbegriffe.

In dieser Situation könnte die Idee der Sozialraumorientierung Unterstützung bieten für die Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses und den Umgang mit der Spannung zwischen fachlichen Anliegen, gesellschaftlicher Wirklichkeit und uneindeutiger Rechtslage.

Dieter Greese, Thomas Mörsberger, Johannes Münder, Barbara Mutke, Ludwig Salgo und Reinhold Schone

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

im SOS-Kinderdorf e.V.

München 2001, Eigenverlag

148 Seiten


Autoren

Dieter Greese

Jahrgang 1940, Sozialarbeiter grad., Leiter des Jugendamtes der Stadt Essen; 1973–1979 Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) in Bonn, 1979–1985 stellvertretender Leiter des Jugendamtes der Stadt Köln. Zahlreiche ehrenamtliche Funktionen in Verbänden und Organisationen der Jugend- und Sozialarbeit, zurzeit Erster Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Nordrhein-Westfalen. (Stand der Veröffentlichung 2001)

Thomas Mörsberger

Jahrgang 1947; nach rechtswissenschaftlichem und sozialwissenschaftlichem Studium zunächst als Rechtsanwalt tätig, ab 1979 wissenschaftlicher Referent beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge in Frankfurt am Main, Lehrbeauftragter an der Staatlichen Fachhochschule in Frankfurt am Main und an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt, seit 1993 Leiter des Landesjugendamtes beim Landeswohlfahrtsverband Baden in Karlsruhe, seit 1999 zudem Erster Vorsitzender des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht in Heidelberg. (Stand der Veröffentlichung 2001)

Prof. Dr. jur. Johannes Münder

Jahrgang 1944, Jurist, nach Tätigkeiten am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (Universität Bielefeld) Stationen beim Bundesministerium für Arbeit, an der Fachhochschule Wiesbaden und an der Pädagogischen Hochschule Berlin; von 1980 bis 2010 Professor an der Technischen Universität Berlin, Lehrstuhl für Sozialrecht und Zivilrecht, seit 1.4.2011 emeritiert; Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V. (Stand der Veröffentlichung 2012)

Barbara Mutke

Jahrgang 1966, Diplom-Pädagogin; verschiedene Tätigkeiten in Wohngruppen für Jugendliche, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Kindeswohl zwischen Jugendhilfe und Justiz“ an der Technischen Universität Berlin, seit Januar 2001 Mitarbeiterin am Institut für soziale Arbeit e.V. in Münster. (Stand der Veröffentlichung 2001)

Prof. Dr. jur. Ludwig Salgo

Jahrgang 1946; 1977–1982 Tätigkeit als Rechtsanwalt mit Schwerpunkten im Familien- und Sozialrecht, 1982–1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Zivilrecht an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 1988 Träger des Walter Kolb-Preises der Stadt Frankfurt am Main, 1988–1992 Professor an der Fachhochschule für Sozialwesen Esslingen, seit 1992 Professor an der Fachhochschule Frankfurt am Main, Fachbereich Sozialpädagogik, 1994 Habilitation für die Fächer Zivil- und Sozialrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtsvergleichung am Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität, 1996 Berufung als wissenschaftliches Mitglied (Fellow) an das Collegium Budapest-Institut for Advanced Study, seit 1999 außerplanmäßiger Professor am Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität. (Stand der Veröffentlichung 2001)

Prof. Dr. phil. Reinhold Schone

Jahrgang 1953, Diplom-Pädagoge; 1979–1986 Tätigkeiten in verschiedenen Praxisfeldern der Jugendhilfe, 1986–1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für soziale Arbeit e.V., Münster, 1997–1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Kindeswohl zwischen Jugendhilfe und Justiz“ an der TU Berlin, seit 1999 Fachhochschullehrer an der Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Sozialpädagogik. (Stand der Veröffentlichung 2001)

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